In Memoriam Dick & Doof

Bevor wir beginnen ersuche ich Sie alle sich für eine Schweigeminute für Kommandant Cumberlayne Aresko und Taskmaster Myles Grint zu erheben. Die beiden waren vielleicht nicht die hellsten Kerzen auf der imperialen Torte, aber sie haben sich doch stets bemüht, die ihnen gestellten Aufgaben zu erfüllen, auch wenn diese Bemühungen kaum jemals von Erfolg gekrönt waren.

Dennoch trifft uns ihr plötzliches und unerwartetes Ableben in diesen schweren Zeiten besonders hart.

Danke, Sie dürfen sich jetzt wieder setzen!

Wir fahren nun mit unserem normalen Programm fort.

Tatsächlich kommen wir auf den Tod von Arseko und Grint gleich noch einmal zu sprechen, doch alles der Reihe nach. Der Beginn der Folge „Call to Action“, die den abschließenden Dreiteiler dieser ersten Staffel von Rebel einleitet ist nicht nur optisch schon auch akustisch eine Homage, um nicht zu sagen ein Kopie der Anfangssequenz von ROTJ.

Nein, das ist nicht der Hangar des Todessterns.

Nein, das ist nicht der Hangar des Todessterns.

Und abgesehen davon gibt es auch eine inhaltlich nicht zu übersehende Parallele zwischen dieser Folge und Episode VI: So wie Vader auf den zweiten Todesstern geschickt wurde, um Jerjerrod in den Hintern zu treten, so erscheint nun Grand-Moff Tarkin auf dem Hinterweltlerplaneten Lothal, um die dortigen Macht- und Würdenträger darüber zu informieren, wie unzufrieden das Imperium darüber ist, dass es offenbar niemandem gelingen will, diese kleine Gruppe Rebellen unschädlich zu machen. Wobei nicht wirklich klar wird, ob Tarkin hier aus eigenem Antrieb handelt, oder ob der Imperator oder vielleicht sogar Vader ihn geschickt haben.

Der Grand-Moff ist not amused.

Der Grand-Moff ist not amused.

An de Figur Tarkin sieht man auch einmal mehr die optischen Unterschiede zwischen Clone Wars und Rebels. Ja, natürlich ist Wilhuff zwischen seinem Versuch Ahsoka für den Anschlag auf den Jedi Tempel und das anschließende Schlamassel verantwortlich zu machen und seinem aktuellen Auftritt 14 Jahre gealtert, dennoch wirkt diese ältere Version wesentlich weniger „realistisch“ und deutlich stilisierter als sein Pendant zu Zeiten der Klonkriege.

Was sich jedoch weder gegenüber jener Zeit noch gegenüber Eisode IV geändert hat, ist, wie unsympathisch und arrogant Tarkin doch ist (viel mehr eigentlich als in James Lucenos Roman). So nimmt er sich kein Blatt vor den Mund, um sowohl Maketh Tua als auch Agent Kallus auf ihre Unfähigkeit hinzuweisen und selbst für den Inquisitor hat er nur Spott und Hohn über. Interessant wäre es in diesem Zusammenhang zu erfahren, welches „Mandat“ Tarkin gegenüber diesem eigentlich hat. Es steht zwar wohl außer Zweifel, dass Tarkin die Ministerien, die ohnehin nur eine temporäre Vertretung für die mysteriöse Gouverneurin Pryce ist (ich bin gespannt, ob wir diese auch einmal zu sehen bekommen werden) und Kallus ohne Probleme und für lange Zeit in irgendeine Minenkolonie schicken könnte, aber kann er das auch mit dem Inquisitor machen, oder steht der irgendwie unter dem Schutz von Vader?

Interessant fand ich noch, dass Tarkin zwar Anfangs die Möglichkeit ablehnt, dass es immer noch Jedi in der Galaxis gibt (was ganz gut zu seinem Dialog mit Vader aus ANH passt), dass er den Inquisitor aber dann dennoch ganz explizit anweist Kanan in jedem Fall am Leben zu lassen. Ich vermute, dass er feststellen möchte, ob dieser mehr ist als nur ein Dahergelaufener mit einem Lichtschwert, vor allem aber wohl, ob dieser bereit ist Informationen über diese lästige Rebellengruppe preiszugeben.

Apropos: wir erfahren hier erstmals, dass es neben den Lothal-Rebellen noch andere Gruppen gibt, die gegen das Imperium revoltieren und dass diese scheinbar durchaus gewillt sind, drastischere Wege einzuschlagen als Hera und Co. Aus einer out-of-universe Sicht wussten wir natürlich. dass es solche weiteren Gruppen gibt, aber hier hören wir es nun auch „offiziell“.

Doch kommen wir nun zu der schon angesprochenen Hinrichtung von Aresko und Grint. Auch wenn dies jetzt vermutlich seltsam klingt, so ist diese Sequenz einer der bisherigen Höhepunkt der Serie. Nicht nur wegen der optischen Umsetzung (tatsächlich sieht es fast so aus, als würden die Lichtschwerklingen des Inquisitors hinter den Köpfen der beiden vorbeigehen anstelle von durch sie durch, aber vielleicht wurden die beiden auch von hinten geköpft…), sondern vor allem die Art und Weise wie dieser WOW-Moment vorbereitet wird: Tarkin lässt diese Dick & Doof des SW Universums zu sich rufen, bietet ihnen einen Sitzplatz an und befragt sie dann zu ihren „Erfolgen“ im Umgang mit den Rebellen. Und während er ihn völlig ruhig eine Moralpredigt hält tritt der Inquisitor von ihnen an sie heran und nimmt sie aus dem imperialen Dienst.

Da geht Aresko und Grint etwas durch den Kopf.

Da geht Aresko und Grint etwas durch den Kopf.

Und dass diese Aktion weniger dazu gedacht war, die beiden zu bestrafen, sondern primär um Tua und Kallus zu zeigen wie das Imperium mit Versagern umgeht, gibt dem Ganzen sogar noch eine zusätzliche Bedeutung (und tatsächlich sind beide, Tua und Kallus, in dem Moment als sie begreifen was gleich vor sich gehen wird ernsthaft schockiert).

Was die Rebellen selbst angeht, so leiden diese hier an den Nachwirkungen der Ereignisse der letzten Folge und planen daher eine jetzt-erst-recht Aktion: die Kaperung des größten Kommunikationsturms auf Lothal und die Verbreitung von anti-imperialer Propaganda, also genau das, was Ezras‘ Eltern vor ihrem Verschwinden auch gemacht haben. Und wohl nicht ganz zufällig ist es am Ende auch Ezra, der die Botschaft an die Bewohner von Lothal tatsächlich spricht.

Auf dem Weg zu ihrem Vorhaben erleben wir den chronologisch ersten Auftritt des Probe Droiden, der schon fast genauso aussieht und auch so klingt, wie jenes Teil, das 8 Jahre später auf Hoth auftauchen wird, sowie das fast schon obligatorische Auftauchen einer Loth- Katze.

Katze gegen Droiden: 1:0

Katze gegen Droiden: 1:0

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht noch, dass Kanan nicht nur zunehmendes Vertrauen in die Fähigkeiten seines Padawans gewinnt, sondern dass es Ezra mittlerweile auch schon recht leicht gelingt, sich mit dem Geist eines anderen Lebewesen zu verbinden, was ihm vor einigen Wochen/Folgen noch nicht geglückt ist.

Der einzige Schwachpunkt dieser Folge ist vielleicht sein Ende: nicht nur, dass sich Kanan ohne wirklichen Grund für seine Partner opfert, sondern auch dass Hera so schnell aufgibt und die Flucht ergreift. Da sahen sich die Rebellen schon einer größeren Übermacht gegenüber und haben nicht den Schwanz eingezogen. Und natürlich hat Kanan Glück, dass Tarkin ihn lebend will, sonst hätte ihm der Inquisitor wohl sicher den Gar ausgemacht, auch wenn man sagen muss, dass sich Kanans‘ Fähigkeiten im Umgang mit dem Laserschwert deutlich verbessert haben. Ezra ist wohl ein guter Sparring-Partner.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Der Kommunikationsturm sieht von außen aus wie der „große Bruder“ von Ezras‘ ehemaliger Behausung.
  • Von innen sieht er aus als wäre es aus den 70ern übrig geblieben, wohl sicher auch nicht zufällig.
  • Erstmals sehen wir hier die Rebellen mit ihren Speederbikes fahren.
  • Die Landung der Imperialen mit den offenen Kanonenbooten könnte auch aus CW stammen.
  • Tarkin wirft Kanan vor, dass er nicht weiß was notwendig ist um einen Krieg zu gewinnen. Dass er dies selbst jedoch sehr wohl weiß, beweist er mit der Gleichgültigkeit mi der er den Kommunikationsturm sprengen lässt – selbst für das Imperium wohl keine kleine Investition.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.

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