Das Into zum Intro

Heute reden wir über 56 Sekunden. So lange ist der zusätzliche Clip, den der Sender ABC als Teil seiner „Free-TV Premiere“ von „Spark of Rebellion“ zeigte. Und zwar ganz am  Beginn dieser Doppelfolge, noch bevor wir zum ersten Mal Ezras Turm sehen, quasi das Intro zum Intro.

Der Clip beginnt mit drei über- bzw. untereinander hergleitenden Sternzerstörern, eine praktisch identische Kopie der Szene aus Episode V als Han versucht nach der Flucht von Hoth den imperialen Streitkräften zu entkommen. Diese Bilder leiten in eine weitere ESB Referenz über, als man den überlebensgroßen Kopf von Darth Vader vor einem fast winzigen Inquisitor sieht (wobei aus der Szene nicht hervorgeht, ob dieser nun ebenfalls kniet oder nicht).

Zuerst erschien es mir ein wenig seltsam, die Serie ausgerechnet mit dieser Szene zu beginnen. Denn abgesehen von dem offensichtlichen Fan-Service („Wir sehen Darth Vader wieder und zwar jetzt gleich!“), wäre es mir logischer erschienen, diesen Dialog irgendwie mitten in der Folge zu zeigen (vielleicht nachdem Ezra das Holocron geöffnet hat). Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto logischer erschien mir diese Art die Folge zu strukturieren: Der Inquisitor ist damit in der ersten und in der letzten Szene der Geschichte, eine „der Kreis schließt sich“ Situation, die wir so oft in Star Wars erleben. Darüber hinaus leitet Vaders Befehl die „Kinder der Macht“ zu jagen (womit er natürlich machtfähige Kinder meint und nicht durch die Macht entstandene wie er selbst) ziemlich gut in die anschließende Szene über, in der wir Ezra auf seinem Turm vorfinden, auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass dieser eines von diesen Kindern ist (es aufgrund dieses Szenenwechsels nun aber zumindest vermuten können). Und letztendlich ist es natürlich auch ein Fan-Service, die Serie mit Darth Vader zu beginnen, zumal wenn dieser wieder von James Earl Jones gesprochen wird (der hier seinen vermutlich längsten Vader Text seit 1983 zu sagen hat).

Wenn wir den Text von Vader (über)analysieren wollen, so lässt sich zunächst sagen, dass er hier einen Wunsch von Sidious weitergibt und nicht seinen eigenen. Und wenn man Vaders Hass auf die Jedi kennt, dann kann man sich vorstellen, wie er sich dabei gefühlt haben muss, jemand anderem etwas zu befehlen, was er mit Sicherheit am liebsten selbst (und ganz alleine) ausführen würde.

Der Inquisitor soll also machtfähige Kinder jagen und sie entweder zu Dienern des Imperiums machen oder eliminieren und zwar gemeinsam mit den Jedi, die sie ausbilden. Der Befehl lautet also nicht primär Jedi zu jagen und zu töten, sondern diejenigen, die von den Jedi trainiert werden. Vielleicht will sich Vader damit doch den „Spaß“ des Jedi-Jagens selbst gönnen und nur die „Kindereien“ (im wahrsten Sinne des Wortes) delegieren. Ferner sieht der Imperator Kinder offenbar als eine größere Bedrohung an als die übrig gebliebenen Jedi, was vielleicht den Schluss zulässt, dass er weiß (oder zumindest vermutet), dass Padmes Kinder doch nicht im Leib ihrer Mutter ins Grab gestiegen sind. Und schließlich zeigen diese paar Sätze auch, dass Sidious durchaus noch immer Verwendung für machtfähige Jünglinge hat (siehe Clone Wars Staffel 2), auch wenn immer noch nicht klar ist, was er mit ihnen eigentlich vorhat. Aber vielleicht werden die „Hands“ ja doch noch Canon.

Was mich an diesem Clip aber wirklich stört ist Vaders‘ Aussehen. Er sieht massiv anders aus als in der klassischen Trilogie und auch anders als am Ende von ROTS. Versteht mich nicht falsch, ich bin immer dafür so viel Ralph McQuarrie wie möglich in ein Star Wars Produkt zu packen, aber aus einer in-universe Sicht gibt es absolut keinen Grund dafür, dass Vader vor Rebels nicht so aussieht wie in den RMQ Konzepten und es danach auch nicht tut, 14 Jahre nach dem Ende der Klonkriege und 5 Jahre vor der Schlacht von Yavin jedoch plötzlich schon. Natürlich ließe sich dafür eine mehr oder weniger logische Erklärung finden, immerhin hat sich Vaders Rüstung auch in der OT von Film zu Film ein wenig verändert, aber in diesem Fall hat GL irgendwann Mitte der 70er Jahre entschieden, dass Vaders‘ Maske eben nicht so aussehen soll, wie von McQuarrie skizziert und ich sehe absolut keinen Grund warum dies nun plötzlich nicht mehr das Fall sein sollte.

Ich bin auch kein Freund davon wie die Lichtschwerter in Rebels aussehen. Der Grund warum die Laserschwerter speziell in Episode 4 so dünn sind und quasi flackern ist kein inhaltlicher, sondern liegt allein daran, dass tricktechnisch damals nicht mehr möglich war und es ist mir ein Rätsel, warum man diese rein technische Einschränkung nun künstlich nachbilden muss. Ja, auch hier lassen sich sicher Gründe finden, warum die Lichtschwerter 14 Jahre nach Episode III auf einmal ganz anders aussehen (man hat einfach vergessen, wie man sie zu Zeiten der Klonkriege genaut hat), aber irgendwo sollte der Wunsch der Macher der Serie, alles möglichst so aussehen zu lassen wie in der OT auch Grenzen haben.

Immerhin hat Peter Jackson seinen King Kong ja auch nicht in schwarz-weis gedreht, nur weil es 1933 noch keinen Farbfilm gegeben hat.

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2 Gedanken zu „Das Into zum Intro

  1. Erstaunlich ich dachte ja, dass der erste Todestern bei der Schlacht von Yavin zerstört wurde. Doch offensichtlich muss es Navin gewesen sein. XD

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