Schlacht der Ts‘

Zu den unter Star Wars Fans recht häufig diskutierten Frage zählt – nein, nicht was wurde eigentlich aus Leias‘ Bikini nachdem sie und Han Tatooine verlassen hatten? Eine zumindest teilweise Antwort auf diese Frage gibt übrigens die Radioadaption von ROTJ! – folgende:

In welcher Reihenfolge sollte sich jemand, der noch nie einen SW Film gesehen hat und praktisch nichts von SW weis die einzelnen Episoden ansehen? In der Abfolge ihrer Entstehung oder in der Reihenfolge der Handlung?

Dieser Frage wollen wir uns heute NICHT widmen!

Stattdessen jedoch folgender, die gleichzeitig das dritte KUB Thema ist, d.h. Lichtschwert, graval und Darth Ridicolous (?) werden ebenfalls ihre Gedanken zu dieser Frage zu Papier – oder was eben das Blog Äquivalent eines Zettels ist – bringen:

Welche ist besser – die Original Trilogy oder die Prequel Trilogy?

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Endlich…Episode VII (Teil 2a)

Ok, das wird diesmal ein bisschen länger, darum teile ich es auf zwei Artikel auf…

Im Spätsommer 1991 lernte ich ein Mädchen kennen, mit der ich die bis dahin längste und, wie soll ich es ausdrücken…“intensivste“ Beziehung meines Lebens führen sollte.

Sie war ein paar Jahres jünger als ich, was sie aber durch ihr selbstbewusstes Auftreten und die Tatsache, dass sie, seit sie 13 war das Haus nicht mehr ungeschminkt verlassen hatte und daher in der Kunst der weiblichen Gesichtsbemalung durchaus bewandert war gut zu verbergen wusste.

Ihre Mutter war eines jener Wesen, das man im englischsprachigen Raum wohl als „Hot mum“ bezeichnen würde: eine Frau um die 40, die sich ihr jugendliches Aussehen und ihre gute Figur bewahrt hatte, sich dessen voll bewusst war und dies auch gerne zeigte. So fanden sich in ihrem Kleiderschrank eine erkleckliche Anzahl an eng anliegenden und tief ausgeschnittenen Oberteilen, an Röcken, die erstaunlich weit oberhalb der Knie und teilweise erschreckend knapp unterhalb des Pos endeten und ein wahrer Fundus an Schuhen und Stiefeln mit halsbrecherisch hohen Absätzen.

Das gute für mich war dabei, dass sie ihren Stil und ihren Geschmack für Mode auf ihre Tochter vererbt hatte, was nicht nur dazu führte, dass Mutter und Tochter mit großer Begeisterung und Hingabe miteinander shoppen gingen und eifrig Kleidung tauschten, sondern etwa auch dazu, dass die beiden darin konkurrierten, wer es länger schaffte, in 12cm  Stilettos ohne umzukippen über das Katzenkopfplaster in der Wiener Innenstadt zu gehen (hier setzte sich die jahrelange Erfahrung der Mutter in dieser Disziplin gegenüber der jungen Ungestümtheit der Tochter durch!).

Für jemanden wie mich, für den Kleidung primär einen funktionellen Charakter hat war es schon verblüffend zu beobachten, wie viel Zeit man allein damit verbringen konnte, eine Strumpfhose auszusuchen, die nicht nur zu Rock und Schuhen, sondern auch zur Farbe des Lippenstifts und des Nagellacks passte! Wie wohl ich zugeben muss, dass sich die investierte Zeit in den meisten Fällen durchaus lohnte und es mich jedesmal mit einer seltsamen Mischung aus Stolz und Verlegenheit erfüllte, mit einem Mädchen unterwegs zu sein, nach dem sich nicht nur etliche Männer sondern auch genug andere weibliche Wesen (neidvoll) umdrehten.

Was ich in dieser Zeit auch lernte war, dass Frauen tatsächlich stundenlang im Bad verbringen konnten. Während ich und der Vater meiner Freundin allsamstäglich (denn Samstag war für beide Generationen Ausgehtag!) darauf warteten, dass die beiden Damen ausreichend Farbe auf Gesicht, Wimpern, Augenlider, Wangen, Lippen und Nägel auftrugen hatten wir genügend Zeit, Science Fiction Filme zu schauen. Ihr Vater hatte die OT ebenfalls auf Video (ich glaube, ich habe ihn nie gefragt, woher er sie hatte) und in dieser Zeit habe ich die Episoden IV, V und VI wohl mindestens ein dutzend Mal gesehen, bis die beiden Frauen ausgehfertig aus dem ersten Stock erschienen sind, wo sich das Bad und die Kleiderkästen befanden.

So fühlte ich mich etwa eineinhalb Jahre lang sehr glücklich, bis meine Freundin im Dezember 1992 (gibt es einen besseren Zeitpunkt mit jemandem Schluss zu machen als kurz vor Weihnachten?) beschloss, dass sie nichts mehr von mir wissen wollte und ich in einem tiefen schwarzen Loch verschwand.

Der Refrain des alten Schlagers von Siw Malmkvist – „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling, weil schon morgen Dein Herz darüber lacht!“ – traf auf mich nicht im Mindesten zu. Mein Herz lachte weder morgen, noch übermorgen noch in den nächsten Wochen.

In dieser Zeit tiefer Depression entdeckte ich in einer Buchhandlung in der Shopping City Süd etwas, womit ich wirklich nicht mehr gerechnet hatte:

Timothy Zahn - Erben des Imperiums

Timothy Zahn - Erben des Imperiums

Fortsetzung folgt…

Dark Times

Der Zeitraum zwischen 1985/86 und 1991 wird unter Star Wars Fans in Anlehnung an Ben Kenobis Beschreibung der Herrschaft des Imperiums als „Dark Times“ bezeichnet.

Es war offensichtlich geworden, dass GL in absehbarer Zeit nicht vorhatte einen weiteren SW Film in die Kinos zu bringen, die „Ausbreitung“ des Expanded Univers war mit den Filmadaptionen, den Büchern über Han Solo und Land Calrissian, sowie „Spinter of the Mind’s Eye“ zum Erliegen gekommen und auch Marvel beendete 1986 nach insgesamt 107 Ausgaben, die uns so wunderbare Charaktere wir Jaxxon, das zwei Meter große grüne Kaninchen gebracht hatten ihre Comic Serie, die 1977 begonnen hatte.

In den Spielzeugläden wurden die SW Figuren und Raumschiffe zunächst verramscht und schließlich komplett  aus den Regalen verdrängt und durch anderes Zeug ersetzt („Masters of the Universe“, anyone?).

Und schließlich hörte es irgendwann auf cool zu sein, als SW Fan zu gelten und man wurde schnell in jene Geek-Lade einsortiert, in der schon die Star Trek Fans auf einen warteten. Waren Mädchen noch vor Kurzem in hellste Verzückung geraten, wenn man auf einer Party erwähnte Episode IV mehr als 50 mal gesehen zu haben und warfen einem Küsse, ihre Unterwäsche und bündelweise Banknoten entgegen (gut, das war jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben – mir zumindest ist das nie passiert), so folgte auf eine entsprechend Erwähnung von nun an zunächst einige Sekunden betretenes Schweigen gefolgt von der Aussage, dass man sich zwar wirklich gerne noch weiter unterhalten hätte, man aber nun leider noch einige Fliegen für die fleischfressende Pflanze der Cousine fangen müsse, oder zu Hause noch ein ganzer Stapel Tennissocken darauf wartete, mit einem Monogramm bestickt zu werden.

Kurz, Star Wars verschwand aus dem allgemeinen Blickfeld und es sollte sehr lange dauern, bis es wieder darin auftauchte. Selbst für Fans!

Und auch in meinem Leben passierte etwas, mit dem ich noch vor Kurzem nicht gerechnet hätte: SW hörte auf das helle Zentrum meines Lebens zu sein. Natürlich passiert das nicht von Jetzt auf Jetzt. Ich bin nicht eines Morgens aufgewacht, habe mich in den Spiegel geschaut und zu mir gesagt: „Mein Gott, was habe ich nur die letzten Jahre mit diesem Star Wars Dreck für eine Zeit verschissen?!“.

Ich war mittlerweile 13 und steckte voll in der Pubertät. Irgendwann hatte ich begonnen, die Freuden populärer Musik zu entdecken, was insofern nicht ganz unproblematisch war, als unsere Wohnung recht dünne Wände hatte (tatsächlich machten die Tapeten etwa ein Dritte der Wandstärke aus) und für meine Mutter alles westlich von „Simon and Garfunkel“ nicht mehr Musik sondern nur noch Krach war. Ich verbrachte also zahllose Abende in dieser Zeit damit, mir dicke Kopfhörer aufzusetzten und mein Gehirn mit ABBA, Tina Turner, Joe Cocker, Kim Wilde, Cher und AC/DC zuzudröhnen.

In der Schule musste ich mich im Laufe der vierten Klasse für den fachlichen Zweig entscheiden, den ich ab der fünften weiter verfolgen wollte. Zur Wahl stand: neusprachig (mit französisch als zweiter Fremdsprache), humanistisch (mit Altgriechisch als zweiter toter Sprache) und realistisch (mit verschärfter Mathematik und darstellender Geometrie). Neusprachig schied sehr schnell aus, da ich Englisch schon nicht mochte (eine Beziehung, die durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte) und ich nicht den Masochismus aufbringen konnte, mir das noch ein weiteres Mal anzutun. Humanistisch fiel schließlich durch, da ich der Meinung war, dass es durchaus ausreichte, eine Sprache zu lernen, deren letzter native Speeker vor vielen Jahrhunderten ausgestorben war. Also Mathematik und Da-Ste.

Aus fachlicher Sicht war diese Wahl wohl richtig, aus menschlicher Sicht war sie eine einzige Katastrophe und was folgte waren rund zwei Jahre tiefster menschlicher und schulischer Depression (wobei das eine das andere befruchtete und umgekehrt – Dark Times fürwahr!!!)

Mit der Pubertät gingen auch noch einige andere Veränderungen einher: 1985 habe ich mich erstmals rasiert, mit dem uralten Rasierapparat meines Großvaters, der so stumpf war, dass er zwar die spärlichen Stoppeln in meinem Gesicht weitgehend unangetastet ließ, mein Gesicht aber dafür tagelang aussah, als wäre ich in einem Solarium eingeschlafen. Seit dem bin ich Nassrasierer.

Die Poster von Dampflokomotiven, Katzenbabies und der Skyline von New York in meinem Zimmer wurden verdrängt durch solche mit Madonna – in schwarzer Spitzenunterwäsche, Samantha Fox – in weißer Spitzenunterwäsche und Sandra Cretu (ohne Spitzenunterwäsche, dafür mit einer unglaublich engen, geilen Jeans).  

Und schließlich wurde die abstrakte und doch irgendwie hoffnungslose Verknalltheit in eine Prinzessin Leia von Alderaan abgelöst von einer wesentlich konkreteren, wenn auch oft genug genauso hoffnungslosen Verknalltheit in irdische Mädchen mit Namen wie Elvira, Barbara, Bernadette und Christine.

Meine Begeisterung für Star Wars wurde im Laufe der Zeit durch mehrere andere Themen verdrängt bzw. ersetzt. In chronologischer Reihenfolge:

  • Garfield (ab 1985)
  • Stephen King (ab 1986)
  • Formel 1 (ab 1989)
  • Star Trek (nur kurz! ab 1990 – es hab ja sonst nicht viel in Bezug auf Science Fiction)
  • Twin Peaks (ab 1990)
  •  Akte X (ab 1993)

Für keines dieser Themen schäme ich mich und ich bin ihnen allen auch heute noch freundschaftlich verbunden.

 

Rückblickend bin ich überzeugt, dass mich SW in all diesen Jahren nie wirklich verlassen hat (und ich es nicht). Es war vielmehr wie ein großer Bär, der sich am Ende des Herbstes in seine Höhle zurückzog, um den Winterschlaf zu halten. Von Zeit zu Zeit wachte der Bär auf, blinzelte kurz und stellte fest, dass der Winter noch nicht vorbei war und schlief wieder weiter. Nur dass der Winter in diesem Fall nicht sechs Monate, sondern rund 10 Jahre dauern sollte.

Gleichzeit ist mir mittlerweile jedoch auch (schmerzlich?) bewusst geworden, dass die Welt, die sich dem großen Bären präsentiere, als er schließlich schläfrig aus seiner Höhle trat, sich streckte  und in die aufgehende Sonne blinzelte eine völlig andere war, als die, die er hinter sich gelassen hatte, als er in seine Höhle getrabt war um zu schlafen. Ich werde SW nie wieder mit den gleichen Augen sehen, wie damals Mitte der 80er Jahre. Nie wieder diese naive Faszination empfinden, wenn die „Davastator“ sich hinter der „Tantive IV“ ins Bild schob und ich nicht fassen konnte, wie riesig dieser Sternzerstörer war. Nie wieder in der gleichen Art und Weise mit Luke mitfiebern, wenn es sich Vader auf Bespin stellte, gegen den Rancor kämpfte oder derart entsetzt sein, wenn der Imperator schließlich seine Machblitze gegen den jungen Jedi schleuderte. Als der Bär schließlich wieder aus seiner Höhle kam und Star Wars langsam begann wieder den Status in meinem Leben einzunehmen, den es auch heute noch hat, drückte bereits das auf meine Schultern, das Stephen King „das Gewicht des Unglaubens“ nennt – die Unfähigkeit der meisten Erwachsenen, die Welt mit jenen Augen zu sehen, wie es Kinder so selbstverständlich tun.

Endlich…Episode VII (Teil 1)

Wie ich hier schon mehrfach angeführt habe, war ich in der festen Überzeugung 1986 im Kino auf Episode VII zu treffen.

Um so mehr war ich überrascht, im Mail 1985 beim Durchblättern der Morgenzeitung in der Rubrik der neu anlaufenden Filme ein Foto von Wicket W. Warrick zu finden.

Unfassbar, absolut unfassbar! Das musste es sein! Die Fortsetzung der Star Wars Sage war hier und wartete darauf, von mir begutachtet zu werden. Zwar fand ich es etwas seltsam, dass im Titel des Films weder die Worte „Krieg der Sterne“ noch „Star Wars“ vorkamen, sonder „Die Ewoks – Karawane der Tapferen“ und auch fand ich in der Beschreibung des Inhalts keinerlei Hinweise auf Luke, Leia, Han oder Chewie, sondern nur etwas über eine Familie Towani, die mit ihrem Raumschiff auf Endor abstürzen, dort von den kleinen Pelzwesen aufgelesen werden und den beiden Kindern in weiterer Folge helfen, ihre Eltern wieder zu finden, die von irgendeinem Monster entführt worden waren.

Nein, das klang nicht wirklich nach einer Fortsetzung der SW Saga, was mich aber nicht im geringsten von der Überzeugung abbrachte, dass es sich bei diesem Film genau darum handeln musste. Immerhin war auf dem Foto Wicket zu sehen, GL hatte seine Hände im Spiel und der Kritiker fand den Film miserabel – also musste es Star Wars sein!

Wie ich ebenfalls an dieser Stelle bereits kundgetan habe, dauerte es immer eine ganze Weile, bis ein Film, nachdem er in Wien angelaufen war, tatsächlich auch seinen Weg in das Kino von Klosterneuburg fand. Eine solche wochen-, wenn nicht monatelange Warterei kam bei diesem Film natürlich nicht in Frage. Das war immerhin SW und musste in Bälde gesehen werden.

Also überredete ich meine Mutter, mich zusammen mit meinem besten Freund alleine nach Wien fahren zu lassen, um mir den Film im Colosseum im 9. Bezirk (gibt es leider schon seit einigen Jahre nicht mehr – schade, ich habe dort etliche schöne Stunden verbracht!) anzusehen.

Dort habe ich mir das erste und einzige Programmheft meines Lebens gekauft (für den Preis von 3 öS  – das sind in Euro 0,218). Gibt es Programmhefte zu Filmen heute überhaupt noch? Vermutlich nicht. In Zeiten der IMDB, von Youtube, Filmtrailern und Blogs, in denen vom Produzenten und Regisseur angefangen, bis zum Schuhputzer von Mr. Pitt jeder über seine Erlebnisse am Drehort schreibt, hat sich dieses Medium wohl überlebt.

Ich habe das Programm noch (und ja, es ist tatsächlich nicht in Farbe):

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 1

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 1

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 2

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 2

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 3

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 3

Ewoks - Karawane der Tapferen - Seite 4

Ewoks - Karawane der Tapferen - Seite 4

Ich war nie ein Hasser der Ewoks, weder damals noch heute. Zu Zeiten von ROTJ fand ich sie irgendwie niedlich und ich halte auch nichts von dem Argument, dass es komplett unglaubwürdig ist, dass ein Haufen Teddybären im Alleingang das Imperium besiegten. Weder  haben sie den Todesstern hochgejagt, noch Vader und den Imperator erschlagen, noch den Schildgenerator ohne Hilfe der Rebellen  deaktiviert. Sie haben ihren „Heimvorteil“ ausgenützt, das ist alles!

Trotzdem war ich nicht sehr glücklich mit dem was ich da im Kino sah. Irgendwie erschien mir doch alles irgendwie zu kindisch, die Spezialeffekte wirkten im Vergleich zu Episode VI „billig“ (damals machte ich mir keine Vorstellung über das Budget von Filmproduktionen und hatte auch keine Ahnung darüber, dass „Karawane der Tapferen“ ursprünglich für’s Fernsehen produziert worden war.

Der Hauptgrund war aber wohl, dass sich der Film nicht nach Star Wars anfühlte (etwas, das Clone Wars auf eine ausgesprochen beeindruckende Weise hinbekommt!). Der einzige gemeinsame Nenner war der Planet Endor und die Ewoks selbst, aber alles darüber hinaus hätte auch irgendein anderer SF Film sein können. Es gab keinen Hinweis auf das Imperium, die Rebellen, die Schlacht auf und oberhalb des Planeten oder überhaupt darauf, dass diese Geschichte im SW Universum angesiedelt war. Erst später lernte ich, dass dieser Film, wie auch sein „Nachfolger“ –  „Kampf um Endor“ eigentlich vor Episode VI spielte – trotzdem wäre es für die Fans der Saga nett gewesen, irgendeinen Bezug zu den SW Filmen herzustellen.

Ich habe mir „Kampf um Endor“ nie im Kino angesehen. Einerseits aufgrund der nicht gerade euphorischen Erfahrung mit dem ersten Film, andererseits weil meine allgemeine Begeisterung für SW zu diesem Zeitpunkt wohl schon etwas nachgelassen hatte (doch dazu komme ich noch!).

Vor einige Jahren entdeckte ich die DVDs für beide Filme (sie wurden zusammen als eine Art „Special Feature“ verkauft) und habe sie mir zugelegt. Hauptsächlich deshalb, weil ich so ziemlich alle Filme, auf denen der Schriftzug „Star Wars“ prangt besitzen will. Bezeichnenderweise sind die beiden Scheiben beschädigt, sodass die Filme nach etwa einer halben Stunde beginnen immer wieder hänge zu bleiben, und man ein paar Sekunden „vorspulen“ muss, bevor man (bis zum nächsten Hänger) weiterschauen konnte. Kein wirklicher Genuss und einigermaßen mühsam, doch halte ich beide Filme auch für nicht so bedeutend, als dass ich nicht verschmerzen könnte, immer wieder ein Stück zu versäumen.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Ewok Zeichentrickserie, die in der ersten Hälfte der 90er Jahre bei uns im Fernsehen lief. Ich habe einige Folgen davon gesehen und natürlich sind sie noch kindischer und haben noch weniger mit SW zu tun als die beiden Filme. Aber, um es frei nach Simon & Garfunkel zu sagen:

„There were times when there was no Star Wars, I took some comfort there!“

And you will see, why 1985 won’t be like 1984

Ja, ich weis, das stammt aus einem Apple Werbespot (strenggenommen aus DEM Apple Werbespot). Aber ich bin seit mehr als 10 Jahren treuer Apple Jünger, habe mehrere Macs, iPods und iPhones zu Hause, mein Heim ist zu 100% Microsoft frei und ich weis, kenne den Spot sehr gut. Also schätze ich, dass ich ein gewisses Recht habe, diesen „Slogan“ (wenn auch in inkorrekter Form) als Überschrift verwenden zu dürfen!

Und falls nicht: Sosumi, Steve!

Soweit ich mich erinnere, war das Jahr 1985 kein sonderlich aufregendes in meinem Leben. Im Herbst kam ich in die dritte Klasse Gymnasium und traf mit diesem Zeitpunkt das erste Mal bewusst mit Latein zusammen („Austria terra pulchra est“), was sich letztlich als weniger schlimm herausstellte als befürchtet.

Im Sommer dieses Jahres tauschte ich mit meiner Mutter Zimmer – sie zog in mein kleines, ich in ihr großes – und dieses erhielt im Zuge dessen hierfür auch gleich eine neue Einrichtung, inklusive „Studioliege“ (was die Kriterien dafür sind, ein Bett zu einer solchen zu machen ist mir bis heute schleierhaft!) mit Radiowecker und Leselampe, deren Verankerung so stabil war, dass sie jedesmal, wenn man sie verdrossen anschaute, vor lauter Verzweiflung einfach aus ihrer Halterung fiel.

Weiters glaube ich, dass ich mich 1985 das erste Mal rasiert habe. Mit dem uralten Rasierer meines Großvaters, dessen Messer (die des Rasierers, nicht die des Großvaters  – sehr witzig danke, Sie können sich jetzt wieder setzen!) so stumpf waren, dass sie zwar die spärlichen Bartstoppeln in meinem Gesicht weitgehend unangetastet ließen, dieses von der Behandlung jedoch so gereizt war, dass ich noch tagelang aussah als würde ich mich andauernd und intensiv schämen.

Schließlich bekam ich zu Weihnachten 1985 meinen ersten Computer – einen Commodore 128 mit einem 1571er Diskettenlaufwerk wie es sich gehörte. Der Händler, bei dem wir das Zeug kauften machte auf meine (im Nachhinein zugegebenermaßen) naive Frage, wie ich denn mit nur einem Laufwerk die ganzen Spiele kopieren sollte ein recht säuerliches Gesicht und erklärte, dass mir das wohl meine Freunde beantworten würden, was sie dann auch taten. Auf die Idee, dass die Hersteller bzw. die Vertreiber von Software (die sich zu geschätzten 99,99999999% aus Spielen zusammensetzte) es nicht wirklich darauf anlegten, dass ihre geistige Arbeit frei verteilt wurde, kam ich schlichtweg nicht – also werft mir kein mangelndes Rechtsbewusstsein vor!

Zu meiner Ehrenrettung muss ich jedoch sagen, dass ich mir im Laufe der etwa 7 Jahre, in denen ich den 128er besaß immerhin zwei Programme auch tatsächlich gekauft habe: das eine war eine CAD Software mit ca. 1000-seitigem Handbuch, die so intuitiv zu bedienen war, dass man nach kaum einem halben Tag auch schon ein Rechteck gezeichnet hatte (man ahnt es vielleicht schon – ich habe dieses Programm nicht sehr oft verwendet!). Das zweite war eine Textverarbeitung, mit der man immerhin Überschriften erstellen und Texte fett, kursiv, unterstrichen (sowie beliebige Kombinationen daraus) formatieren konnte und bei dem die Möglichkeit Texte zu erfassen einfach aufhörte, wenn der Arbeitsspeicher voll war. In Kombination mit einem 9-Nadeldrucker, der für eine Seite ungefähr 8 Minuten brauchte, dafür aber die Lautstärke einer startenden Jumbo hatte eine unschlagbare Kombination für jeden angehenden Literaten!

Aber immerhin habe ich auf dieser IT-Ausstattung bis zur Matura sämtliche Deutsch- und Englisch-Leselisten, sowie diverse Referate und Buchbesprechungen verfasst. Ja, das waren noch Zeiten…

 

Aber was wollte ich eigentlich?

Ach ja, Star Wars!

Was Star Wars betrifft, so gab es 1985 keinen neuen Film, was mich nicht wirklich überraschte, da ich fest damit rechnete, dass Episode VII im kommenden Jahr erscheinen würde.

Also sammelte ich weiterhin die SW Figuren (bzw. bekam sie zu jeder sich bietenden Gelegenheit geschenkt) und machte mich ein wenige mit dem EU (Expanded Universe) vertraut, auch wenn es diesen begriff damals glaube ich noch nicht gab – zumindest nicht im Zusammenhang mit SW. Das war auch nicht sonderlich schwierig, denn neben den Romanadaptionen zu den drei Filmen, gab es noch die „leider-nein“ Episode V „Die neuen Abenteuer des Luke Skywalker“ („Spinter of the Mind’s Eye“), sowie jeweils drei Bücher über das Vorleben von Han Solo und Lando Calrissian. Und von den Marvell Comics wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts!

Daneben war ich natürlich immer noch in Leia verknallt, auch wenn sich aufgrund meiner fortschreitenden Verpubertierung die Schwärmerei des letzten Jahres langsam in „etwas Anderes“ verwandelte – was konnte ich zu damaligen Zeitpunkt noch nicht genau sagen! 

Alles in Allem – nichts im Vergleich zu dem was 1984 in Sachen Star Wars passiert ist!

Ich bin Luke Skywalker, ich bin hier, um Sie zu retten!

Wie vermutlich sehr viele Jugendliche in dieser Zeit (also 1984 f.), die irgendwie zwischen Kindheit und Pubertät festhingen, verbrachten wir in der zweiten Klasse des Gymnasiums unsere Pausen (und teilweise auch die Stunden dazwischen) damit SW quasi als Rollenspiel nachzuexerzieren.

Da gerade ROTJ en Vogue (man beachte mein geschliffenes Französisch!) war, spielten wir meistens Szenen aus Episode VI (was wird damals natürlich noch nicht wussten) nach, dazwischen kämpften wir aber auch von Zeit zu Zeit gegen AT-ATs auf Hoth, zerstörten den ersten Todesstern, oder befreiten eine Prinzessin von dort (idealerweise NICHT in dieser Reihenfolge!).

Ich hatte das Glück, meistens Luke spielen zu dürfen (der erste Luke mit Flaschenboden-Brillen!), da wir aber eine reine Burschenklasse waren blieb mir manchmal nichts anderes übrig als auch die Prinzessin geben zu müssen. So etwas ist im Alter von 12, 13 natürlich enorm erniedrigend, aber wenigstens musste ich keinen Bikini tragen! Auch blieb es mir erspart, mit den jeweiligen Han- und Luke Darstellern zu schmusen, andererseits war ich aber auch nie in der Verlegenheit, die jeweilige „Leia“ küssen zu müssen. Dummerweise haben wir einige Jahre später, als wir auch Mädchen in die Klasse bekamen, nicht mehr „Rette die Prinzessin und werde dafür mit einem Kuss belohnt“ gespielt, aber das ist eine andere Geschichte! Und Jabba war von meinen Tanzkünsten durchaus angetan

Apropos Jabba: den gab der Oberfettsack in der Klasse, der für diese Rolle nicht nur den Körperbau, sondern auch den passenden Charakter mitbrachte. Das habe ich ihm natürlich nie gesagt (der Kerl war immerhin mindestens 3x so schwer wie ich – trotzdem, möge seine Seele einst in der Hölle verrotten!).

Soweit ich mich erinnere, hielten wir uns weitgehend an die „Vorgaben“ aus den Filmen, allerdings ist es auch vorgekommen, dass Obi-Wan Darth Vader niedergestreckt, oder ihm zumindest so fest gegen das Schienbein getreten hat, dass dieser aufgeben musste. In einem solchen Fall haben wir einander dann kurz betreten angesehen und dann wie wild begonnen mit imaginären Lasergewehren herumzuballern und dabei seltsame Geräusche („tschiu-tschiu“) von uns zu geben. 

Manchmal haben wir die Gänge des Schulgebäudes auch in jene des Todessterns umfunktioniert und einander durch diese gejagt (entweder als Rebellen oder als Sturmtruppler), so lange bis uns ein Mitglied des Lehrpersonals erwischt und wieder in die Klasse zurückgeschickt hat.

Da halfen dann auch keine „Jedi Mind Tricks“…

 

…obwohl…

 

…the Force can have a strong influence on the weak minded?!