Über Widersprüche und das Füllen von Lücken

Ich habe nie besonders viel Fan Fiction konsumiert.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich diese Geschichten, Comics oder Filme für schlecht halte – wie überall gibt es auch hier Perlen und Abfall und viele investieren Talent und eine enorme Menge Fleiß in ihre Werke.

Nein der Grund liegt primär darin, dass diese Werke nun einmal „un-canon“ sind, in der großen, mächtigen Star Wars Kontinuität bedeuten sie nichts, wie gut oder wie kreativ oder wie genial sie auch immer sein mögen. Und ganz ehrlich gesagt fehlt mir die Zeit, um sie auf Dinge zu verwenden, die für die Saga als Ganzes keine Bedeutung haben.

Was nun die Frage aufwirft, wie ich den Widerspruch erklären kann, in Anbetracht dessen selbst Fan Fiction schreiben zu wollen.

Darauf gibt es im Prinzip zwei Antworten:

  1. Ich schreibe gerne. Tatsächlich wäre Schriftsteller sogar mein Traumberuf und letztlich hat mich SW dazu gebracht, mir Geschichten auszudenken und sie irgendwann auch aufzuschreiben (einfach weil ich damals – Mitte der 80er Jahre – nicht genug von Krieg der Sterne bekommen konnte und weil das Expanded Universe zu dieser Zeit nur in sehr, sehr beschränktem Ausmaß „expanded“ war. Also habe ich mir mein eigenen SW Fortsetzungen ausgedacht).
  2. Es gibt genug Lücken zu füllen. In meinen Besprechungen zu den einzelnen Clone Wars Folgen bin ich immer wieder auf Fragen gestoßen, auf Aspekte, die nicht oder nicht vollständig behandelt worden sind, sei es nun beabsichtigt (um Dinge bewusst offen zu lassen) und oder unbeabsichtigt (weil die 22 Minuten nicht ausreichten). Und mit Büchern und Comics geht es mir ähnlich. ich möchte ein paar dieser Lücken mit dem füllen, was meiner Vorstellung nach passiert ist bzw. passieren hätte sollen.

Das Meiste was ich hier publizieren werde, werden Kurzgeschichten sein (sie sind schnell geschrieben und liegen dann dem Leser dann auch nicht lange im Magen), vielleicht hie und da eine Novelle. Wobei es mich reizen würde, die Romanadaptionen zu den Episoden IV bis VI  neu zu schreiben, sodass sie mehr den Büchern zu den PT Filmen ähneln. Und ja, das liest sich jetzt arroganter als es gemeint ist.

Mir ist bewusst, dass meine Geschichten komplett „un-canon“ und in der großen, mächtigen Star Wars Kontinuität absolut ohne Bedeutung sind. Aber ich tue es trotzdem.

Und um eine Frage gleich zu beantworten, die bestimmt kommen wird (vielleicht kommt sich aber auch nicht, ich beantworte sie vorsichtshalber aber trotzdem):

Werde ich hier auch Fan Fiction von Anderen veröffentlichen?

Ich weiß es nicht, aber ich schließe es auch nicht kategorisch aus. Warum?

Nun, erneut zwei Gründe:

  1. Dies ist kein Blog für SW Fan Fiction. Ich vermute, dass ich selbst nicht mehr als 4 bis 5 Geschichten  pro Jahr schreiben werde – das Ganze ist vorläufig ein Experiment, dessen Ausgang auch davon abhängt, was, Ihr, werte Leser davon haltet. Möglicherweise könnte ich eine Reihe von Geschichten hier veröffentlichen, die Andere geschrieben haben, aber das würde dem Wesen von Star Wars Memories widersprechen.
  2. Ich müsste all die Werke lesen. Nicht weil ich sie editieren oder redigieren will (das mache ich schon bei meinen eigenen Geschichten nicht gerne), sondern weil ich mich für diesen Blog verantwortlich fühle und ich nicht möchte, dass hier Geschichten über Ahsokas Gangbang mit der 501sten Legion aufschlagen, oder darüber wie sich Luke, Han und Leia nach der Schlacht von Yavin eine Linie Koks reinziehen. Ich würde also alles lesen müssen bzw, wollen und dafür fehlt mir die Zeit.

Noch eine editorielle Anmerkung:

Ich hatte vor, die Geschichten auf einer eigenen Seite dieses Blogs zu veröffentlichen, musst jedoch zu meiner Überraschung feststellen, dass WordPress dies nicht ermöglicht (man kann nur auf der Hauptseite einzelne Artikeln veröffentlichen, alle weiteren Seiten können nur aus einem einzigen Artikel bestehen, was eine Seite mit Geschichten doch ein wenig schwer zu handhabbar machen würde).

Die Stories werden also hier (auf der Hauptseite) erscheinen, sie werden jedoch eine eigene Kategorie erhalten und können dann oben im Menü unter „Geschichten“ in gesammelter Form gefunden werden. Mehr erlaubt WP leider nicht.

Demnächst geht es also los mit einer Geschichte über einen Padawan, die ein ganz schönes Päckchen mit sich herumträgt.

Bleibt dran!

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Fan Fiction

Man kann wohl sagen, dass Star Wars einen wesentliche Anteil daran hat, dass ich als Jugendlicher damit begonnen habe, mir Geschichten auszudenken und sie schließlich auch aufzuschreiben.
Ich weis nicht mehr genau, wann ich mich nicht mehr damit zufrieden gab, auf eine ungewisse Episode VII zu warten, die dann letztlich nie kommen sollte (es könnte 1985 oder auch schon 1986 gewesen sein), sondern beschloss, das weitere Schicksal der SW Saga selbst in die Hand, oder besser gesagt in meinen Kopf zu nehmen. Was folgte war, dass ich mir jeden Tag vor dem Einschlafen ein neues Stück SW ausdachte. Das war quasi immer der Abschluss meines Tagwerks und die Vorbereitung für den Schlaf.
Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, worum es bei diesen Geschichten ging (was wohl allein schon genug über deren „Qualität“ aussagt), aber ich weis noch, dass ich und mein bester Freund darin vorkamen und wir die Schüler von Luke Skywalker waren – quasi seine Padawane, auch wenn ich dieses Wort damals noch nicht kannte. Das ist vielleicht insofern bemerkenswert, als ich später sonst nie mehr selbst als eine direkte Figur in meinen Geschichten aufgetreten bin (mit einer Ausnahme, auf die ich noch zu sprechen kommen werde), abgesehen von der alten Schreiberling Weisheit, dass in den meisten Figuren ein Stück ihrer Autors steckt, was, soweit ich das beurteilen kann wohl auch stimmen mag.
Zu den wenigen Dingen, die ich über diese allabendlich erdachten Geschichten sonst noch weis, zählt, dass wir uns auf Endor befunden haben, dort eine recht umfangreiche Basis aufbauten und immer wieder gegen imperiale Einheiten kämpfen mussten, die noch nicht begriffen hatten, dass das Imperium geschlagen war. Irgendwann traf auf dieser Basis ein weiblicher Padawan ein, der unglaublich hübsch war und einen Lederminirock und Netzstrümpfe trug, etwas, das in Anbetracht der aktuellen Form der „Darstellung“ von weiblichen Figuren in den SW Comics gar nicht mehr so abwegig ist, wie es damals schien. Jedenfalls verliebte „ich“ mich natürlich in dieses Mädchen (und sie sich in mich) und von hier an wurden die Geschichten rasch ziemlich schlüpfrig (hey, ich war 14 oder höchsten 15, ein Alter, in dem allein das Aussprechen des Wortes „Mädchen“ schon einen praktisch völligen Verlust jeglicher geistiger Fähigkeiten zur Folge hat, geschweige denn dieses Mädchen rennt in Lebermini und Netzstrümpfen herum und kann auch noch mit einem Laserschwert umgehen!),
Irgendwann gelangte ich dann zu der Erkenntnis, dass meine Phantasie hier wohl mit mir durchgegangen war und dass sich die weit, weit entfernte Galaxis nicht so gut mit der sabbernden Geilheit eines Teenagers vertrug und hörte auf mir diese Geschichten auszudenken.
Ich habe seit dem nie wieder etwas in Richtung Star Wars Fan Fiction getan und habe auch kein großes Interesse es zu tun. Zum einen, weil ich dafür wohl ziemlich viel recherchieren müsste, um noch eine Story zu finden, die noch nicht erzählt worden ist (möglicherweise gibt es noch ein oder zwei Wochen im Leben von Mara Jade, als sie 8 Jahre war, die noch nicht literarisch behandelt wurden). Und mir einen „leeren“ Zeitraum auszusuchen und darüber zu schreiben (z.B. 100 Jahre vor Episode I) kommt mir irgendwie zu „billig“ vor.
Obwohl ich aufhörte, mir SW Geschichten auszudenken, führte die Ablenkung die dich durch diese geistigen Ausflüge erfuhr dazu, dass ich mich anderen Themen zuwandte.
Hätte ich dies auch ohne die „Initialzündung“ meiner erdachten Fortsetzung zu ROTJ gemacht?
Vermutlich schon, möglicherweise aber erst später. Die erste Geschichte, die ich wirklich aufschrieb handelte von einem jungen Pärchen, das über verschiedene Umwege in den Besitz einer neuartigen Laserwaffe gelangte und von da an von der Regierung, Terroristen und der Waffenlobby gejagt wurde. Ich schrieb diese Geschichte noch mit der Hand (später bin ich auf eine elektrische Schreibmaschine und noch später auf die Textverarbeitung meines C128 umgestiegen) und sie ist mit der Distanz von mehr als 20 Jahren betrachtet natürlich absolut lächerlich, obwohl sie doch einige Ansätze hat, mit denen ich ganz zufrieden bin.
Später schrieb ich eine Reihe von Kurzgeschichten, unter anderem über Vampire, eine Spiegel, der in eine andere Dimension führt, über „tollwütigen“ Schnee, einen Piloten eines neuartigen Kampfjets, der nach einer Bruchlandung feststellen muss, dass er sich 200 Jahren in der Vergangenheit und unter Menschen befindet, die sein Flugzeug für das Pferd des Teufels halten und über einen Profikiller, der sich bei seinem letzten Auftrag mit etwas ansteckt, das ihn schließlich in ein schleimiges Monster verwandelt. Alles Geschichten, die meine Deutschlehrerin in der Oberstufe mit gefurchter Stirn und einer enervierend mitleidigen Stimme als „Klolektüre“ bezeichnet hätte, was mich aber weder damals noch heute störte (denn ich finde dafür Thomas Bernhard und Peter Handke absolut zum Kotzen!).
Irgendwann begann ich an einer Geschichte über einen indianischen Gott zu schreiben, der seit der Zeit der ersten Siedler unter den Bewohnern einer kleinen Stadt in Maine (das ist der Einfluss von exzessiven Stephen King Genuss!) wütet und erst in unserer Zeit, durch den lokalen Sheriff, seine absolut scharfe Tochter und einen Schamanen besiegt werden kann, der vor mehr als 200 Jahren von diesem Gott getötet worden war und seitdem die Fähigkeit entwickelt hat, zwischen der Welt der Lebenden und der Toten zu wandeln. Obwohl ich zu dieser Geschichte eigentlich noch einen zweiten und einen dritten Teil im Kopf hatte, habe ich es nie geschafft, wenigstens diesen ersten zu Papier zu bringen. Es blieb bei einem rund 80-seitigem Fragment, das ich irgendwann weggeschmissen habe.
Für ein Mädchen, das ich sehr mochte schrieb ich später den vierten Teil zu „Zurück in die Zukunft“ (weil sie die die Serie mochte). Dieser spielte 2085 auf der Erde und auf dem Mars und war gespickt mit Referenzen zu anderen Science Fiction Franchises, angefangen mit Alien, Blade Runner, Star Trek und natürlich Star Wars.
Ich verfasste mehrere Akte X Stories (eine davon eindeutig pornographisch – aus der Überzeugung, dass es Mulder und Scully eine große Last von der Schulter nehmen würde, wenn die beiden endlich miteinander ins Bett gingen).
Und als das Mädchen, für das ich Marty McFly wiederbelebt hatte mit mir Schluss machte schrieb ich ihr – quasi als Abschiedsgeschenk – die vorhin angesprochene Geschichte, in der ich (zumindest aus einer gewissen Perspektive) die Hauptrolle spielte. Ich stehe dieser Story (mit einer Länge von ca. 120 Seiten kann man sie wohl als Novelle bezeichnen) heute etwas gespalten gegenüber. Zum einen glaube (oder befürchte) ich, dass sie das beste ist, das ich je geschrieben habe (oder schreiben werde). Nicht, dass sie in Bezug auf Stil und Sprache nicht einer umfangreichen Überarbeitung bedürfte (ich habe sie damals in etwa einem Monat fast buchstäblich aus mir herausgekotzt und hatte, als ich fertig war kein großes Bedürfnis mehr danach, den Inhalt der Tüte, in die ich mich entleert hatte noch genauer zu untersuchen), aber die Dichte und die Intensität der Handlung ist auch noch mehr als 16 Jahre nach ihrer Entstehung immer noch bemerkenswert. Auf der anderen Seite erschreckt es mich auch immer noch, das zu lesen was ich damals geschrieben habe. Eben darum weil ich das war. Denn diese etwa 120 Seiten stammen ganz eindeutig von jemandem, der psychisch völlig am Ende ist und der die schmale Grenze zwischen der so genannten Normalität und dem was dahinter liegt nicht nur erreicht, sondern mehr als einmal recht deutlich überschritten hat.
Was heftiger Liebeskummer aus einem machen kann!
Ich habe festgestellt, dass es zunehmend schwieriger wird, sich neue Geschichten auszudenken. Die Leichtigkeit, mir der mir früher Ideen gekommen sind ist verschwunden und ich muss mich heute deutlich mehr anstrengen. Trotzdem ist das Schreiben für mich immer noch etwas sehr Befreiendes und Schöpferisches und wie so vieles in meinem Leben nahm es seinen Ausgangspunkt in den Geschichten von George Lucas.

In eigener Sache

Wie vermutlich die meisten Leute, die sich einen eigenen Blog halten habe auch ich eine Schwäche für’s Schreiben.

Tatsächlich schreibe ich Geschichten seit ich etwa 14 bin und noch tatsächlicher hat mich SW zum Schreiben gebracht (womit ich doch noch irgendwie die Kurve gekriegt habe, denn das was gleich folgen wird hat mir Star Wars eigentlich vollkommen überhaupt nichts mehr zu tun). Jedenfalls war ich damals unhappy, dass nicht gleich nach ROTJ Episode VII herausgekommen ist und dass Han Leia bekommen hat und hab mir daher selbst überlegt wie die Saga weitergehen könnte und meiner Meinung nach auch -sollte (kleiner Hinweis: Luke und Leia sind doch keine Geschwister und sie lebten zusammen glücklich bis an ihr Ende – ist zugegebenermaßen nicht mehr ganz Canon!)

Aber darum geht es heute gar nicht!

Thalia hat vor einigen Wochen einen Schreibwettbewerb ausgelobt, in dem es darum ging eine Geschichte (genauer gesagt einen Krimi) fertigzuschreiben. Die ersten drei Seiten stammen von Sebastian Fitzek, der mir jetzt nicht gigantisch viel sagt, aber ich bin auch kein großer Krimi Fan. Auf dieser Basis war man dann aufgefordert, die Geschichte weiter- und idealerweise auch fertig zu schreiben. Erster Preis ist übrigens ein Abendessen mit eben diesem Sebastian Fitzek.

Die besten drei Geschichten werden anschließend von einer Jury ausgewählt und man kann im Internet den Sieger bestimmen.

Ich habe nun an diesem Wettbewerb teilgenommen und…

 

 

…bin nicht unter die ersten drei gekommen! Gestern habe ich die Geschichten der „Finalisten“ gelesen und bin deutlich wenig beeindruckt. Die eine Geschichte ist sehr kurz und weitgehend wirr, die andere von einer geradezu überwältigenden inhaltlichen Naivität (gut, sie wurde von zwei 16jährigen Mädchen verfasst, das mag Einiges erklären) und die dritte geht so, haut mich aber auch nicht wirklich aus den Schuhen.

Gut, jetzt kann man einwenden, dass hier Neid, verletzter Stolz und gnadenlose Selbstüberschätzung aus mir spricht, aber ich kann Euch versichern, dass es mich wesentlich härter getroffen hätte, hier drei Geschichten vorzufinden, die mir ein „Wow, ich wünschte, ich könnte sowas schreiben!“ entlockt hätten. Und es gibt genug Texte, bei denen ich mir dies denke(n muss), diese drei Geschichten gehören jedoch definitiv nicht dazu.

Aber na gut, was soll’s!

Nachdem Thalia also wohl nicht vorhat, meine Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ich es irgendwie schade finde, wenn meine geistigen Ergüsse auf der Festplatte vergammeln, benutze ich diesen Blog hier, um meine Geschichte zu veröffentlichen (und nein, sie hat überhaupt nichts mit Star Wars zu tun!).

Also, der erste Link ist der Beginn von Sebastian Fitzek, der zweite dann meine Fortsetzung:

Das Buch

Das Buch-Fortsetzung

 

Happy Reading!