Die Eroberung des Universums durch ein stinkendes Kind

Als ich den Titel „How Star Wars Conquered The Universe“ das erst Mal las, dachte ich, das (gemeint ist Autor Chris Taylor) ist wieder irgend so ein Nerd, der hofft, dass sich sein Pamphlet besser verkauft, nur weil er SW in den Titel packt. Kurze Zeit später hörte ich ein paar Interviews mit Taylor, was dazu führte, dass ich meinen ersten Eindruck revidierte: zum einen schien Taylor nicht nur irgendein Nerd, sondern tatsächlich ein Star Wars Fan zu sein (und zwar keiner in der Art von: „Klar liebe ich Star Wars, speziell diesen großen Kerl in schwarz und diesen anderen Typen, der mit dem großen Hund herumfliegt“). Und zweitens ist sein Buch nicht irgendein Pamphlet, sondern ein durchaus ernsthaftes, unterhaltsames und gut recherchiertes Werk, für dessen Erstellung der Autor durchaus einige Mühen und Kosten auf sich genommen hat (nicht zuletzt flog er 2013 für einige Interviews zur Celebration nach Essen).

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George? George… wer?

“The ones that I sold to Disney, they came up to the decision that they didn’t really want to do those. So they made up their own. So it’s not the ones that I originally wrote.”

Dieser Satz (und ich habe ihn hier bewusst auf englisch und nicht in einer der manchmal etwas unglücklichen deutschen Übersetzungen zitiert) sorgte in den letzten Tagen unter Star Wars Fans für eine gehörige Portion Aufregung.

Und warum auch nicht? Immerhin gibt der Schöpfer der Saga hier unumwunden zu, dass Disney, Kathleen Kennedy, J.J. Abrams oder wer auch immer seine Konzepte für die Sequel Trilogie einfach in die Mülltonne getreten und sich stattdessen etwas komplett Eigenständiges ausgedacht haben. Der „Maker“ und seine Vorstellungen ist also komplett außen vor, sein Vermächtnis mausetot und überhaupt: George Lucas, wer soll das sein?

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Trainieren mit George

In dem Fitnesscenter, das ich (leider viel seltener als ich es sollte) besuche, hängen etliche recht großflächige Fotos berühmter Hollywood-Stars. Einige davon weisen tatsächlich einen gewissen sportlichen Konnex auf – etwa Clint Eastwood, irgendwann in den 70er Jahren in einer Kraftkammer, Paul Neumann, irgendwann in den 60ern auf einem Fahrrad oder der Dalai Lama, ich habe keine Ahnung wann auf einem Laufband. Die meisten Bilder sind jedoch Portrait-Aufnahmen berühmter Schauspieler aus ihren Jugendtagen (wie etwa ein Sean Connery aus der Zeit von Dr. No).

Was diese Bilder nun mit Fitness zu tun haben erschließt sich mir nicht wirklich, aber sie sind durchwegs optisch ansprechend und letztlich weit weniger peinlich und prollig als die Poster, die man häufig in den 80er und 90er Jahren die Wände von Fitnesscentern zierten und die meist irgendwelche Arnold Schwarzenegger oder Pamela Anderson Klone zeigten, die mit nur wenig, meist neonfarigem Stoff bekleidet, ihre fast schon obszön aufgepumpten, mit einem Schweißfilm bedeckten Körper in Pose warfen.

Doch zurück zum Thema: seit etwa einer Woche hängt im Gardarobenbereich des Centers folgendes Bild:

Das Foto wurde von Annie Leibovitz gemacht, stammt aus dem Jahr 1996 und trägt den Titel „The Whiz Kids“, ein Anbetracht des Alters der vier Herren auf dem Bild durchaus nicht unironischer Titel.

So wie die meisten anderen Bilder gefällt mir auch dieses, schade finde ich nur, dass man es eben im Gardarobenbereich angebracht hat, denn ich hätte es motivierender gefunden, wenn mir Scorcese, Spielberg, Coppola und Lucas dabei zugesehen hätten, wie ich mich auf dem Laufband abschwitze…

The Maker über …den „iMaker“

Neben Star Wars ist mein zweites großes „Hobby“ Apple. Nein, nicht das Obst, sondern die Firma mit dem „i“. Ich glaube, ich habe hier schon einmal geschrieben, dass in meinem Haushalt alles was mit Informationstechnologie zu tun hat das Apfel-Logo trägt und ich bin stolz und glücklich, in einer Microsoft freien Umgebung leben zu können.

Umso überraschter und schockierter war ich, als ich am 25. August morgens im Radio hörte, dass Steve Jobs die Führung des Unternehmens abgegeben hat. In diesem Moment dachte ich ernsthaft darüber nach, an diesem Tag komplett in Schwarz zu gehen.

Jaja, schon klar, Apple schön und gut, aber das ist ein Star Wars Blog und was hat Jobs „Pensionierung“ damit zu tun? Nun, abgesehen davon, dass ich, wenn ich eines Tages morgens im Radio hören sollte, dass sich George Lucas zurückzieht oder, dass er gar gestorben wäre, wohl tatsächlich Trauerkleidung anziehen würde, haben die beiden Herren eine gemeinsame Vergangenheit:

Im Jahr 1986 brauchte GL ein wenig Bargeld für seine anstehende Scheidung und verkaufte daher die 1979 gegründete Firma „Lucasfilm Graphics Group“ an Steve Jobs, der gerade dabei war, nach seinem Rausschmiss bei Apple NeXT aufzubauen und das Unternehmen in Pixar umbenannte. Der Kaufpreis für Mann und Maus betrug damals 5 Mio. Dollar, aus heutiger Sicht wohl ein Peanut für eine Promischeidung, aber das war ja auch 1986.

Nur zur Relation: als Jobs Pixar 2006 an Disney verkaufte, erhielt er dafür 7,5 Mrd. Dollar. Keine schlechte Verzinsung, wenn ihr mich fragt!

Nun fühlte sich GL angesichts von Jobs Rückzug befleißigt folgendes über den „Maker“ des Macintosh, des iMacs, des iPods, des iPads und diverser weiterer „i“s zu sagen:

“Einer Person wie Steve Jobs begegnet man nur einmal im Leben. Steve’s Beiträge zu Technologie, Marketing und Design sind überwältigend. Er hat Amerika für immer zum Guten verändert und hat ein starkes Unternehmen aufgebaut, das auch weiterhin kreativ und erfolgreich sein wird“. 

Alles Gute Steve! Wir werden Dich vermissen!