Kurzbericht – Ian McDiarmid

Am Freitag Abend stand dann – was die „Bedeutsamkeit“ der Gäste des ersten Tages der SWCEII anbetraf – der erste Höhepunkt auf dem Programm: ein Abend mit dem Imperator.

Und dabei zeigte sich etwas, das sich auch in den folgenden Panels auf der „Celebration Stage“ fortsetzte: Warwick Davis ist ein großartiger Host. Höflich, witzig und ständig mit seiner Körpergröße (oder besser der Abwesenheit einer solchen) kokettierend, ohne es dabei zu übertreiben, schafft er es, den Gästen Antworten zu entlocken, ohne dabei zu einem sterilen Frageautomaten zu verkommen. Apropos Automat. Davis steht auf der Bühne ein etwas vorlauter Astromech zu Seite, der zwar in jedem Panel weitgehend dasselbe sagt und tut, aber zumindest beim ersten Mal ist das witzig!

Me & Mini-Me

Me & Mini-Me

Und allen Gästen gemeinsam ist, dass sie Anthony Daniels für eine plappernde Nervensäge halten und ich glaube nicht, dass sie das nur im Scherz meinen.

McDiarmid wiederholte einerseits wie er zur Rolle des „Herrschers der Galaxis“ in Episode VI und später in der PT gekommen ist und dass ihm zunächst nicht klar war, dass Palpatine und Sidious ein und dieselbe Person waren.

Es war ihm jedoch bewusst und er war auch zufrieden damit, dass Lucas die Szene mit Vader in Episode V mit ihm nach- bzw. neudrehte.

Wie viele Schauspieler (speziell der OT) hat er inzwischen seinen Frieden mit der Saga gemacht und sieht diese nicht (mehr) als eine Art „Jugendsünde“ an. Wenn er etwas anderes tut (z.B. Shakespeare spielen) denkt er zwar nicht mehr an seine Rolle als Kanzler/Sith Lord, bei Veranstaltungen wie dieser wird ihm jedoch wieder bewusst, welche Bedeutung seine Darstellung auf das weltweite Fandom hat.

Dass McDiarmid nicht unbedingt täglich in der Wookieepedia stöbert wurde später auch dadurch offensichtlich, dass er von den zehn Quiz-Fragen, die Davis ihm stellte nur fünf richtig beantworten konnte. So scheiterte er etwa an der Frage, welche drei Jedi Mace Windu begleiteten, um Palpatine festzunehmen, wie die Hauptstadt von Naboo heißt (nein, nicht Tatooine) und wie man die Wesen nennt, die „Utini“ sagen. Gut, aber ich hätte aus dem Stand heraus jetzt auch nicht sagen können, wie die Söhne von Duncan in „Macbeth“ heißen.

Der Imperator und das Wesen, das zu seinem Untergang beigetragen hat

Der Imperator und das Wesen, das zu seinem Untergang beigetragen hat

Das Panel endete damit, dass Davis und McDiarmid die Szene aus Episode III nachstellen sollten, in der Yoda Sidious in einem Büro besucht und die beiden miteinander im Senat kämpfen. In Ermangelung von schwebenden Podien und Laserschwertern bewarfen sich die beiden am Ende mit Plüsch-Ewoks und das Publikum tobte.

Yoda vs. Sidious - Rematch

Yoda vs. Sidious – Rematch

Es ist doch eine Frage des Alters

Als ich 1984 zum ersten Mal „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ sah hatte ich kein Problem damit, dass es pelzige, nur einen Meter große Teddybären waren, die wesentlich dazu beitrugen das Imperium in die Knie zu zwingen.

Es war zwar nicht so, dass ich nach dem Film völlig verzückt damit begann, mir eine Horde Plüschewoks zuzulegen und diese in meinem Bett zu stapeln, damit sie meinen Schlaf bewachten, aber irgendwie mochte ich die kleinen Kerle. Ich fand auch nichts dabei, dass Wicket, der sich kurz davor noch vor Leias Helm gefürchtet hatte plötzlich in der Lage war, ein Speederbike zu fahren (und das auch noch geschickter als die imperialen Scout-Trouper), oder dass es den Ewoks mit Pfeilen, Steinschleudern, Katapulten, Hängegleitern und Baumstämmen gelang, eine ganze Kompanie von Elitesoldaten und dazu auch noch einige AT-ST Walker zu überwältigen.

Damals hatte sich noch nicht das was Stephen King so treffend als das „Gewicht des Unglaubens“ bezeichnete über mich gelegt.

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…und was war!

Nachdem wir uns hier vor einiger Zeit mit der Zukunft von Star Wars auf dem Fernsehbildschirm beschäftigt haben, werfen wir diesmal einen Blick zurück auf die Vergangenheit der Saga auf dem kleinen Schirm, denn „The Clone Wars“ war bei weitem nicht der erste Ausflug der Sternenkriege in die Welt des Fernsehens!

Zu den Unterschieden zwischen Star Wars und Star Trek zählt unter anderem, dass Letzteres im Fernsehen begann und von dort den Sprung auf die große Leinwand schaffte, währen es bei SW genau umgekehrt war. Doch während Kirk, Spock und McCoy 10 Jahre (von 1969 bis 1979) brauchten bis aus „Raumschiff Enterprise“ „Star Trek – Der Film“ wurde, dauerte es bei SW nur rund 1,5 Jahre bis auf die spätere Episode IV das „Star Wars Holiday Special“ folgte.

Das HS zählt wohl kaum zu den berühmtesten, wohl aber zu den berüchtigsten Stücken der Star Wars Geschichte: GL soll ein persönliches Interesse daran haben, dass jede sich auf diesem Planeten befindliche Kopie davon verbrannt wird, Harrison Form verliert bei der bloßen Erwähnung des Namens seines Contenance und Mark Hamill begründet seine Teilnahme an diesem Machwerk wie mancher Schauspieler seinen Abstecher ins Pornofach zu Beginn seiner Karriere: Ich war jung und brauchte das Geld!

Tatsächlich habe ich es noch nie geschafft, mir das HS in einem Stück anzusehen und ich glaube nicht, dass ich diese 97 Minuten Fernsehgeschichte in den letzten 15 Jahren mehr als drei Mal gesehen habe. Und das liegt nicht an den im Vergleich zu ANH billigen und tw. lächerlichen Spezialeffekten (das HS hatte nur rund 1/10 des Budgets von Episode IV und tw. hat man einige nicht verwendete Szenen aus dem Kinofilm in das HS heineingeschnitten).

Nein, der Hauptgrund liegt darin, dass das Holiday Special, wie es Steve Sansweet so schön ausdrückte totlangweilig ist. Es fehlt ihm an so ziemlich allem was SW ausmacht und es hat sehr viel von dem was SW Geschichten nie haben sollten: unglaubliche Längen, unpassende Figuren und eine uninspirierte Geschichte. Und damit meine ich nun gar nicht mal Carrie Fishers Gesangskünste in „A DaytoCelebrate“ – das Lied ist meiner Meinung nach gar nicht sooo schlecht wie es vielfach hingestellt wird.

Aber will ich wirklich Diahann Carroll (eine in den 70ern recht bekannte Sängerin und Schauspielerin) sehen, wie sie mehr oder weniger versucht, einen alten Wookiee (der übrigens mehr wie ein Wampa aussieht) zu verführen? Muss ich wirklich eine in rosa Leuchtfarben dahinschmelzende Jefferson Starship ertragen, die eine stark psychedelische Rocknummer spielen und das in einer SW Geschichte? Oder eine Art Trinklied gesungen von Bea Arthur? Nein, ehrliche gesagt nicht. Jedenfalls nicht sehr of und nicht in einem Stück!

Der wohl interessanteste Teil des ganzen HS ist ein kurzer Zeichentrickfilm, der ein Abenteuer von Luke, Han, Chewie und den Droiden erzählt und in dem Boba Fett (rund 1,5 Jahre vor ESB) seinen ersten Auftritt hat. Wenn man so will, kann man diese paar Minuten als den Urahn von TCW sehen, aber auch von Dingen auf die ich gleich noch zu sprechen kommen werde.

Ich denke, dass man als echter SW Fan das HS einmal gesehen haben sollte, um zu verstehen warum es als das gesehen wird, als das es nun mal gesehen wird. Aber dieses eine Mal sollte reichen.

Karawane der Tapferen und Kampf um Endor

Streng genommen zählen auch die beiden Ewok Filme zur Fernsehgeschichte von SW, denn auch wenn sie bei uns in die Kinos kamen, liefen sie doch in ihrem Heimatland als Fernsehfilme (und das sieht man ihnen auch durchaus an). Ich habe über den ersten Film hier schon einmal geschrieben und möchte mich an dieser Stelle deshalb nicht mehr sehr viel darüber auslassen. Beide Filme sind definitiv für ein junges Publikum gemacht und das Interessanteste an ihnen ist wohl die Frage, wo in der SW-Zeitlinie sie angesiedelt sind. Denn obwohl sie „offiziell“ vor ROTJ spielen, gibt es Stimmen (und zu ihnen gehört auch Eric Walker, der Mace Towani spielte), die behaupten, dass die Handlung der beiden Filme viele Jahre nach Episode VI stattfindet. Was aus meiner Sicht gegen diese Theorie spricht ist, dass Wicket keinen Tag älter aussieht als in ROTJ (aber vielleicht altern Ewoks ja auch sehr langsam). Auf der anderen Seite lernt Wicket in „Kampf um Endor“ Englisch (Basic), während er Leia in Episode VI nicht versteht, was wiederum dagegen spricht, dass die Ewok Filme vor dem Eintreffen der Rebellen auf Endor spielen.

Doch bleiben wir gleich bei den pelzigen Gesellen:

Ewoks

Diese Zeichentrickserie wurde in den Jahren 1985 und 1986 produziert und brachte es in 2 Staffeln auf insgesamt 25 Folgen. Bei uns lief die Serie zu erst Ende der 80er Jahre und ich habe Sie zu Beginn der 90er Jahr zum ersten Mal gesehen, in einem Alter in dem ich schon auf der Uni war und damit absolut nicht mehr zur Zielgruppe gehörte. Aber damals befanden wir uns immer noch in den „Dark Times“ und es gab nicht viel Neues aus der weit, weit entfernten Galaxis, also war mir alles recht was auch nur entfernt mit Star Wars zu tun hat. Und tatsächlich ist der Konnex zwischen dieser Serie und den drei Filmen nicht sehr groß, sieht man davon ab, dass die wichtigsten Ewoks, die wir in Episode VI kennengelernt haben auch hier wieder auftauchen. Daneben kommen von Zeit zu Zeit ein paar Figuren vor, die sich in der einen oder anderen Art (primär) in Werken des EU wiederfinden, aber abgesehen davon geht es in den Geschichten um die Abenteuer bzw. Streiche von Wicket und seinen Freunden in den Wäldern von Endor. Auch diese Serie spielt vor Episode VI. Harmlos aber nett, nett aber harmlos und definitiv auf ein sehr junges Publikum zugeschnitten. Dies trifft im Prinzip auch auf das Folgende zu:

Droids (Freunde im All)

Im Original auch Mitte der 80er Jahre entstanden, in Deutschland erstmals 1991 zu sehen brachte es diese Serie nur auf 15 Folgen. Die Geschichten spielen zwischen Episode III und IV und erzählen die Abenteuer von C-3PO und R2-D2 mit/unter verschiedenen Herren (dies ließe sich damit erklären, dass das Haus Alderaan nachdem C-3POs Gedächtnisspeicher gelöscht wurde kein besonderes Interesse mehr an den beiden Droiden gehabt haben dürfte und Anakin war ja nicht mehr da, um sich um R2 zu kümmern. Also scheint man die beiden einfach irgendwann verkauft zu haben oder sie gingen sonstwie verloren).

Die optische Umsetzung ist jener der Ewok Serie nicht unähnlich, schließlich wurden beide Serien von der gleichen Firma hergestellt (die übrigens auch für die Zeichentricksequenz im HS verantwortlich war). Interessant ist (abgesehen davon, dass C-3PO hier Augenlider hat und blinzeln kann), dass auch hier mehrere Folgen zu einem Handlungsbogen zusammengefasst sind, etwas, das sich in den beiden CW Serien fortsetzen wird. Durch die beiden Hauptfiguren und die Tatsache, dass die Geschichten nicht nur auf einem einzelnen Planeten spielen, ergibt sich ein etwas stärkerer Zusammenhang zu den Kinofilmen (es gibt sogar Kampfdroiden, auch wenn diese wenig mit jenen der PT zu tun haben), aber auch keine wirkliche Abhängigkeit . Ein paar Dinge in der Serie widersprechen dem gegenwärtigen Canon, aber aus meiner Sicht ist da nichts, das sich nicht retconnen ließe. Speziell C-3PO spielt eine aktivere Rolle als in den Filmen (oder auch in TCW) hat aber auch mehr Slapstick Einlagen. Alles in Allem gefällt mir Droids besser als Ewoks, was aber vor allem an dem Mehr an Action in Ersterem liegt.

Clone Wars

Ursprünglich primär als Marketing Vehikel für die nach AOTC etwas dahinsiechenden Verkäufe an Actionfiguren, Büchern, Comics und Videospielen gedacht, gab Lucasfilm Genndy Tartakovsky das GO für die Herstellung einer animierten Microserie, die zwischen den Episoden II und III spielen sollte und von Cartoon Network ausgestrahlt wurde. Das Ergebnis daraus sind insgesamt 25 Episoden mit einer Länge zwischen 3 und 15 Minuten, die in den Jahren 2003 – 2005 auf Sendung gingen.

Zunächst als (durchaus erfolgreiches) Versuchsvehikel für die dreidimensionale Animationsserie „The Clone Wars“ gedacht, scheint die Serie inzwischen ein bisschen das ungeliebte Kind von Lucasfilm geworden zu sein, was sich unter anderen daran zeigt, dass man Hasbro nicht erlaubt hat, weitere Actionfiguren zu der Serie herzustellen.

Und das, obwohl die Serie durchaus nicht arm an Höhepunkten ist: so treffen wir auf Assajj Ventres (wenn die Serie strenggenommen auch nicht ihre Premiere im SW Universum darstellt), auf Durge und General Grievous (der hat allerdings tatsächlich am Ende der zweiten Staffel seinen Erstauftritt), wir erleben Anakins Schlag zum Jedi Ritter (auch wenn sich dies nicht mit den Ereignissen aus „Jedi Trial“ („Die Feuertaufe“) verträgt), begegnen mit „Snow Bunny Padme“ dem nach Leia am Bikini möglicherweise zweitgrößen Pin-up der SW Geschichte und werden (wenn auch nur angedeutet) Zeuge der Empfängnis von Luke und Leia.

Der allgemeine Tenor (und dies definiert auch zu einem Gutteil das Verhältnis von CW zu TCW) scheint mittlerweile zunehmend zu sein, dass die Ereignisse aus der Microserie keine wirklichen Geschichten aus den Klonkriegen sind, sondern vielmehr Erzählungen über Geschichten aus den Klonkriegen, die mündlich weitergegeben werden und jeder fügt etwas hinzu oder lässt etwas weg. Diese Theorie wird auch dadurch genährt, dass manche der Ereignisse tatsächlich (maßlos) übertrieben (zum Teil jedoch auch vereinfacht) sind, wie etwa die Folge, in der Mace Windu im Alleingang tausende (!) Kampfdroiden vernichtet, während ihm ein kleiner Junge dabei zusieht.

Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Serie gefallen hat und es immer noch tut. Sie war in der Zeit zwischen AOTC und ROTS eine willkommene Gelegenheit wöchentlich echtes Star Wars zu sehen und sei es auch nur für 3 Minuten.

The Clone Wars

Im August 2008 begann schließlich mit dem Kinofilm zu „The Clone Wars“ die Ausstrahlung des „großen Bruders“ von Clone Wars. Die Episoden waren länger, es gab 22 Folgen pro Staffel und manch einer, der schon an der 2D Version mitgewirkt hatte, war auch bei der 3D Version wieder dabei (wie etwa James Arnold Taylor oder Corey Burton). Ich habe sowohl den Film, als auch jede der bisherige 66 Folgen hier mehr oder weniger intensiv besprochen und wer möchte kann dies alles nachlesen (einfach auf den Tag „Clone Wars“ rechts klicken), deshalb möchte ich zu dieser Serie an dieser Stelle auch nichts mehr schreiben. Im Herbst startet die 4. Staffel und was wir bisher darüber gehört und davon gesehen haben scheint recht vielversprechend zu sein.

Und damit sind wir auch am Ende unseres kleinen Ausflugs in die Vergangenheit der SW Saga im Fernsehen. Ich hoffe, es hat Euch gefallen und ich kann den einen oder anderen von Euch hier bald wieder begrüßen.

Gute Nacht!

Endlich…Episode VII (Teil 1)

Wie ich hier schon mehrfach angeführt habe, war ich in der festen Überzeugung 1986 im Kino auf Episode VII zu treffen.

Um so mehr war ich überrascht, im Mail 1985 beim Durchblättern der Morgenzeitung in der Rubrik der neu anlaufenden Filme ein Foto von Wicket W. Warrick zu finden.

Unfassbar, absolut unfassbar! Das musste es sein! Die Fortsetzung der Star Wars Sage war hier und wartete darauf, von mir begutachtet zu werden. Zwar fand ich es etwas seltsam, dass im Titel des Films weder die Worte „Krieg der Sterne“ noch „Star Wars“ vorkamen, sonder „Die Ewoks – Karawane der Tapferen“ und auch fand ich in der Beschreibung des Inhalts keinerlei Hinweise auf Luke, Leia, Han oder Chewie, sondern nur etwas über eine Familie Towani, die mit ihrem Raumschiff auf Endor abstürzen, dort von den kleinen Pelzwesen aufgelesen werden und den beiden Kindern in weiterer Folge helfen, ihre Eltern wieder zu finden, die von irgendeinem Monster entführt worden waren.

Nein, das klang nicht wirklich nach einer Fortsetzung der SW Saga, was mich aber nicht im geringsten von der Überzeugung abbrachte, dass es sich bei diesem Film genau darum handeln musste. Immerhin war auf dem Foto Wicket zu sehen, GL hatte seine Hände im Spiel und der Kritiker fand den Film miserabel – also musste es Star Wars sein!

Wie ich ebenfalls an dieser Stelle bereits kundgetan habe, dauerte es immer eine ganze Weile, bis ein Film, nachdem er in Wien angelaufen war, tatsächlich auch seinen Weg in das Kino von Klosterneuburg fand. Eine solche wochen-, wenn nicht monatelange Warterei kam bei diesem Film natürlich nicht in Frage. Das war immerhin SW und musste in Bälde gesehen werden.

Also überredete ich meine Mutter, mich zusammen mit meinem besten Freund alleine nach Wien fahren zu lassen, um mir den Film im Colosseum im 9. Bezirk (gibt es leider schon seit einigen Jahre nicht mehr – schade, ich habe dort etliche schöne Stunden verbracht!) anzusehen.

Dort habe ich mir das erste und einzige Programmheft meines Lebens gekauft (für den Preis von 3 öS  – das sind in Euro 0,218). Gibt es Programmhefte zu Filmen heute überhaupt noch? Vermutlich nicht. In Zeiten der IMDB, von Youtube, Filmtrailern und Blogs, in denen vom Produzenten und Regisseur angefangen, bis zum Schuhputzer von Mr. Pitt jeder über seine Erlebnisse am Drehort schreibt, hat sich dieses Medium wohl überlebt.

Ich habe das Programm noch (und ja, es ist tatsächlich nicht in Farbe):

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 1

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 1

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 2

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 2

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 3

Ewoks - Karawande der Tapferen - Seite 3

Ewoks - Karawane der Tapferen - Seite 4

Ewoks - Karawane der Tapferen - Seite 4

Ich war nie ein Hasser der Ewoks, weder damals noch heute. Zu Zeiten von ROTJ fand ich sie irgendwie niedlich und ich halte auch nichts von dem Argument, dass es komplett unglaubwürdig ist, dass ein Haufen Teddybären im Alleingang das Imperium besiegten. Weder  haben sie den Todesstern hochgejagt, noch Vader und den Imperator erschlagen, noch den Schildgenerator ohne Hilfe der Rebellen  deaktiviert. Sie haben ihren „Heimvorteil“ ausgenützt, das ist alles!

Trotzdem war ich nicht sehr glücklich mit dem was ich da im Kino sah. Irgendwie erschien mir doch alles irgendwie zu kindisch, die Spezialeffekte wirkten im Vergleich zu Episode VI „billig“ (damals machte ich mir keine Vorstellung über das Budget von Filmproduktionen und hatte auch keine Ahnung darüber, dass „Karawane der Tapferen“ ursprünglich für’s Fernsehen produziert worden war.

Der Hauptgrund war aber wohl, dass sich der Film nicht nach Star Wars anfühlte (etwas, das Clone Wars auf eine ausgesprochen beeindruckende Weise hinbekommt!). Der einzige gemeinsame Nenner war der Planet Endor und die Ewoks selbst, aber alles darüber hinaus hätte auch irgendein anderer SF Film sein können. Es gab keinen Hinweis auf das Imperium, die Rebellen, die Schlacht auf und oberhalb des Planeten oder überhaupt darauf, dass diese Geschichte im SW Universum angesiedelt war. Erst später lernte ich, dass dieser Film, wie auch sein „Nachfolger“ –  „Kampf um Endor“ eigentlich vor Episode VI spielte – trotzdem wäre es für die Fans der Saga nett gewesen, irgendeinen Bezug zu den SW Filmen herzustellen.

Ich habe mir „Kampf um Endor“ nie im Kino angesehen. Einerseits aufgrund der nicht gerade euphorischen Erfahrung mit dem ersten Film, andererseits weil meine allgemeine Begeisterung für SW zu diesem Zeitpunkt wohl schon etwas nachgelassen hatte (doch dazu komme ich noch!).

Vor einige Jahren entdeckte ich die DVDs für beide Filme (sie wurden zusammen als eine Art „Special Feature“ verkauft) und habe sie mir zugelegt. Hauptsächlich deshalb, weil ich so ziemlich alle Filme, auf denen der Schriftzug „Star Wars“ prangt besitzen will. Bezeichnenderweise sind die beiden Scheiben beschädigt, sodass die Filme nach etwa einer halben Stunde beginnen immer wieder hänge zu bleiben, und man ein paar Sekunden „vorspulen“ muss, bevor man (bis zum nächsten Hänger) weiterschauen konnte. Kein wirklicher Genuss und einigermaßen mühsam, doch halte ich beide Filme auch für nicht so bedeutend, als dass ich nicht verschmerzen könnte, immer wieder ein Stück zu versäumen.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Ewok Zeichentrickserie, die in der ersten Hälfte der 90er Jahre bei uns im Fernsehen lief. Ich habe einige Folgen davon gesehen und natürlich sind sie noch kindischer und haben noch weniger mit SW zu tun als die beiden Filme. Aber, um es frei nach Simon & Garfunkel zu sagen:

„There were times when there was no Star Wars, I took some comfort there!“