Der letzte, halbfertige Rest

Also noch einmal Clone Wars. Und nachdem was Dave Filoni auf der Celebration Anaheim erklärte, wird die Bad Batch Geschichte wohl der letzte Rest sein, den man uns visuell unter dem CW Legacy Banner liefern wird. Wie wir ebenfalls von der CA wissen gibt es zwar noch weitere zumindest roh animierte Szenen aus der 7. und vielleicht sogar 8. Staffel der Serie, aber scheinbar nichts, das (halb)fertig genug ist, um es veröffentlichen zu können. Und so dürft Christie Golden’s „Dark Disciple“ – eine Romanadaption von immerhin 8 Folgen der Serie – wohl der letzte Rest neuer Clone Wars Geschichten sein, den wir bekommen werden.

Doch zurück zum Bad Batch. Vor rund einem Jahr twitterte Brent Friedman, der Schreiber aller vier Episoden erstmals über die Existenz dieses Handlungsbogens, auch wenn damals noch nicht abschätzbar war, dass wir ihn je zu sehen bekommen würden. Nach der Premiere auf der Celebration Anaheim wurde er wenige Tage später dann auch für den Rest der Welt zugänglich gemacht.

Da diese – wie auch der Utapapau Arc letztes Jahr – im Form von sog. Story Reels veröffentlich wurde gehe ich hier auf die Optik dieses Vierteilers nur so weit ein, als dass  ich hier eine finale Animation aufgrund der Actionlastigkeit die Geschichte mehr vermisst habe als bei den ersten Story Reels: Explosionen und Ähnliches sehen einfach besser aus, wenn sie voll animiert und nicht nur als Kreise oder Sterne angedeutet sind. Aber was soll’s – selbst ein halbfertiges Star Wars ist besser als gar kein Star Wars.

Die Geschichte beginnt in einer Basis der Republik auf einem Planeten namens Anaxes und alle, die die erste Staffel von „Rebels“ gesehen haben werden in diesem Moment wohl ein Aha-Erlebnis gehabt haben, denn dort gab es eine verlassene Basis aus den Klonkriegen mit demselben Namen, die passenderweise auch genauso ausgesehen hat wie diese hier. Tatsächlich scheinen die beiden Orte jedoch außer dem Namen nichts miteinander zu tun zu haben. Dennoch habe ich bis zum Schluss der Geschichte darauf gewartet, dass irgendetwas passiert, das aus dem Planeten einen Schwarm Meteoriten machen würde, der dann 15 Jahre später von den Widerstandskämpfern von Lothal besucht wird. Dies ist jedoch nicht passiert. Naja, vielleicht kann ich Dave Filoni ja im Juli 2016 nach dieser Namensgleichkeit fragen…

Die Hauptfiguren dieses Vierteilers sind der titelgebende Bad Batch, oder offiziell „Clone Force 99“. Und auch hier dürfte es bei Einigen klingeln, denn die Nummer 99 ist uns zu Beginn der dritten Staffel in Form eines missgebildeten Klons bereits begegnet. Während diese Figur jedoch scheinbar auf einen Fehler im „Fertigungsprozess“ zurückzuführen war, wird nicht wirklich erklärt, ob diese vier speziellen Klone ebenfalls aufgrund eines „Unfalls“ zu dem wurden was sie sind, oder ob sie bewusst als „Übermenschen“ gezüchtet wurden. Überhaupt erfährt man recht wenig über die Vier: Cody kennt sie und hat schon mit ihnen gearbeitet, ansonsten scheinen sie aber weitgehend außerhalb der militärischen Hierarchie  zu operieren und eine Art Söldnertruppe zu sein, die man anfordern kann, wenn brenzliche Einsätze anstehen. Die Macher der Serie lassen die Eingliedrung dieser Truppe in die Große Armee der Republik sogar bewusst offen, denn Captain Rex erhält auf seine Frage, an wen die Vier denn eigentlich berichten nur eine äußerst ausweichende Antwort.

Die Zusammensetzung des Bad Batch ist ein wenig klischeehaft: da ist zunächst Hunter, der indianerhafte Anführer und Fährtenleser, der jedoch keine Bären- oder Wolfsspuren sucht, sondern Funk- und Energiesignale. Als nächstes Crosshair, der schweigsame und ein wenig verschlagen wirkende Scharfschütze, Wrecker, der berserkerhafte Hühe, der Kampfdroiden weniger mit seinem Gewehr als mit bloßen Händen in Stücke reißt und sogar ein komplettes Gunship umwerfen kann. Und schließlich Tech, der nerdhaft wirkende Professor, der über allerlei praktische Gadgets verfügt. Der Bad Batch ist also irgendwie das was passiert, wenn Star Wars auf die Avengers trifft. Und tatsächlich hat diese Gruppe ein durchaus eigenes Selbstverständnis entwickelt: Sie bezeichnen die „normalen“ Klone als „Regs“ (was Rex kurz auf die Palme bringt) und scheuen in keinem Moment davor zurück zu zeigen, dass sie sich für etwas Besseres halten, als den Rest der Armee und man ihnen besser nicht auf den Geist gehen sollte, was durchaus zu Konflikten führt.

Eine weitere wichtige Figur in dieser Geschichte ist Echo, jener ARC Trooper, der in der Citadel Geschichte (ebenfalls aus Staffel 3) vermeintlich sein Leben ließ, dessen Überreste von den Separatisten jedoch offenbar geborgen und in eine Art Cyborg verwandelt wurden. Auch hier ist es schade, dass wir hier keine fertige Animation sehen, der Echo in „Rohform“ sieht jedenfalls ziemlich creepy aus und seine Entdeckung erinnert ein wenig an die Szene aus dem ersten Matrix Film, als man sieht wie die Menschen als lebende Batterien verwendet werden.

Weiters taucht Wat Tambor, der Anführer der Technounion wieder auf, den wir zuletzt am Ende der Ryltoh Geschichte in Staffel 1 gesehen haben, als er von der Republik verhaftet wurde und der in Staffel 5 noch immer im Gefängnis saß. Wieso er sich nun wieder in Freiheit befindet bleibt unklar, aber vermutlich hat er wie Nute Gunray irgendwelche juristischen Tricks angewendet um wieder freizukommen (vielleicht hat man nach Ahsokas Ausbruch aus ebendiesem Gefängnis ja beschlossen, dass dieses zu unsicher ist und bei der Verlegung in eine anderes ist ihm die Flucht gelungen). Die Technounion hat in dieser Geschichte übrigens ein Gegenstück zu den hier recht ausgiebig verwendeten EMP Granaten entwickelt: Ein Gerät, das organische Masse aufspüren und in rosa Staub verwandeln kann. Tambor und die anderen Skakoaner sind durch ihre Rüstung jedoch scheinbar vor den Auswirkungen dieser Waffe geschützt. Wir werden nun wohl nie erfahren ob diese sonst noch an irgendeinem Kriegsschauplatz eingesetzt wurde, aber nachdem Clone Wars in solchen Dingen ja nie sonderlich konsequent war, ließe sich diese Frage wohl auch dann nicht beantworten, wenn die Serie noch weitergelaufen wäre.

Und schließlich treffen wir auch Admiral Trench wieder. Dass seine Geschichte nach seinem Auftritt in den Lost Missions noch weiter (und zu Ende) geht wurde auch bereits vor einiger Zeit „geteased“. Ein wenig seltsam finde ich nur, dass er Anakin letztlich doch recht rasch die letzt noch fehlende Ziffer für den Code zur Entschärfung der Bombe gibt, aber scheinbar glaubt er bis zuletzt an das Gute in den Jedi und dass Anakin ihn am Leben lässt. Nun ja, da hat er sich mit dem Falschen angelegt.

Wären diese Folgen fertiggestellt worden, so denke ich, dass sie wohl zu meinen Favoriten in der betreffenden Staffel (wohl die siebente) gezählt hätten. Ich mag actionlastige Geschichten und solche bei denen man merkt warum es Star WARS (bzw. Clone WARS) heißt und das ist hier absolut der Fall. Ein paar Bezüge gibt es jedoch für die doch ein wenige zu klischeehaften Mitglieder des Bad Batch.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Das Shuttle mit dem die Clone Force 99 reist erinnert an Sidious’s Schiff aus Episode III.
  • Apropos Schiff: die Szene in der Anakin eine Art Pin-up-Padme auf dem Rumpf desselben entdeckt und mit einem trotzigen „Das muss sofort da weg“ reagiert ist köstlich. Leider sieht man später nicht mehr, ob diese Zeichnung tatsächlich entfernt wurde.
  • Als Obi-Wan Anakin und die Klone informiert, dass der Senat nicht mit der Mission zur Rettung von Echo einverstanden ist und Rex ihm erklärt, dass sie es dennoch tun werden gibt Obi-Wan für meinen Geschmack ein wenig zu schnell auf. Aus meiner Sicht hätte man diese Szene auch komplett weglassen können.
  • Wrecker stemmt in einer Szene einen Gonk-Droiden zur Trainingszwecken.
  • In dieser Geschichte sehen wir neue Kapmpfdroiden (die aussehen wie dürre Vögel) und Klone mit einem Jetpack.
  • Die Szenen in denen Anakin den Octuptarra Droiden ausschaltet erinnert an das Spiel „Republic Heroes“, wo er und Ahsoka diese Dinger auf recht ähnliche Weise erledigen müssen.
  • Mace Windu erwähnt, dass er im Laufe des Krieges mehr als 100.000 Kampfdroiden erledigt hat. Ich frage mich, ob das vielleicht eine Anspielung auf jene Folge der 2D CW Serie ist, in der er im Prinzip genau das tut.
  • Als Trench stirbt zieht er seine verbliebenen Beine zusammen, so wie es eine echte tote Spinne tun würde. Ein nettes Detail.
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2 Gedanken zu „Der letzte, halbfertige Rest

    • Das stimmt schon, der Asteroid heißt PM-1203 (ich hab’s nachgeschlagen), dennoch bin ich bis zum Schluss davon ausgegangen, dass das ein und derselbe Ort ist (und das Fort nach dem Planeten benannt wurde). Aber Du hast recht, der Satz war ein wenig unklar, ich hab ihn jetzt umgeschrieben. Danke für’s Mitdenken! >

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