Meine Eltern und der Ro-bot

Das ist also der erste Zweiteiler von „Rebels“ und gleichzeitig der erste Cliffhanger in der Geschichte von Star Wars (ja, ich weiß, man könnte das Ende von ESB auch als Cliffhanger bezeichnen, aber eigentlich ist es keiner – zumindest nicht im klassischen Sinn).  Darüber hinaus setzt „Empire Day“ die Tradition der Serie fort (sofern man nach 6 Folgen überhaupt von einer Traditionen sprechen kann) uns in jeder Folge ein wenig mehr über eine der Figuren erfahren zu lassen.

Doch bevor wir auf Ezra und seine Eltern zu sprechen kommen zunächst noch zu ein paar andere Dingen: speziell die Szenen in der Bar zeigen uns einmal mehr, wie das Imperium seine Untertanen behandelt. Ich halte solche Szenen für wichtig, denn damit wird auch verständlicher, wie es letztlich zur Rebellion kommen konnte. Wären die Meisten zwar irgendwie mit dem Imperium nicht ganz zufrieden, aber auch nicht wirklich unzufrieden (so wie wir es in unserer Welt mit den uns Regierenden häufig sind), so wäre die Allianz möglicherweise nie entstanden, aber es sind Szenen wie jene, in denen die arroganten  TIE Piloten „Old Jho“ grundlos anherrschen den „Fernseher“ anzuschalten und die  Holonetnachrichten zu zeigen, nur weil ihre Uniform ihnen die Autorität dazu gibt es zu tun, die letztlich zu Funken der Rebellion werden. Wobei natürlich die Frage bleibt, wie viele der Imperialen wirklich aus Überzeugung mitmachen und wie viele einfach mitschwimmen.

Der Imperator ist im Fernsehen

Der Imperator ist im Fernsehen

Apropos Nachrichten: ich weiß dass ich eine Szene wie die mit dem „Fernseher“  („Abdrehen!“, „Ich darf nicht, es ist das Gesetz“) schon in irgendeinem Film mal in ähnlicher Form gesehen habe, aber ich komme nicht darauf in welchem. Wer es weiß, bitte unten in den Kommentaren! Danke.

Was ich an dieser Folge nicht ganz verstehe ist, welchen Zweck Kanan und Co damit bezwecken den TIE Advance (ein nicht uncooler Vorläufer von Vaders‘ Jäger aus Episode IV) zu sprengen. Abgesehen davon, dass die mit ihrem Anschlag potentiell auch Zivilisten töten können bewirkt dieser faktisch kaum etwas: Der hier der staunenden Öffentlichkeit vorgestellte TIE ist kein früher Prototyp, dessen Zerstörung die Entwicklung um Monate oder Jahre zurückwirft, es gibt mindestens einen weiteren dort draußen und lt. Tseebos Aussage soll die Serienfertigung in kurzer Zeit beginnen. Vermutlich wollten sie einfach ein Zeichen setzten, dass sich nicht alle Bürger der (aufgezwungenen) Begeisterung über den Empire Day anschließen. Ich kann mit dieser Erklärung leben, aber wirklich überzeugen tut sie mich nicht.

Der Stolz des Imperiums

Der Stolz des Imperiums

Doch kommen wir nun zum Wichtigen: in dieser Folge erfahren wir etwas über Ezras Vergangenheit. Zunächst lernen wir, dass er an dem Tag an dem Palpatine galaxisweit die Jedi ausrotten ließ, an dem Anakin im Tempel die Jünglinge abschlachtete und an dem „die Demokratie unter donnerndem Applaus endete geboren“ wurde. Ferner erfahren wir, dass Ezra’s Eltern offenbar auch den Funken der Rebellion in sich trugen und aus einem Kellerloch unter ihrem Haus eine Art Piraten-Radio gegen das Imperium sendeten, ähnlich wie es Gall Trayvis tut. Mir gefällt der Gedanke nicht sonderlich, dass Mira und Ephraim Bridger ebenfalls Aktivisten waren nicht wirklich. Ja, ich weiß, bei SW geht es häufig darum, dass eine Generation das weiterführt, was die vorhergehende begonnen hat, es hätte mir aber besser gefallen, wenn ihr Verschwinden damit begründet worden wäre, dass sie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen waren. Und zwar aus dem Grund, den ich oben schon angesprochen habe: um zu zeigen, dass das Imperium böse ist und mit den Wesen in der Galaxis umgehen kann wie es ihm beliebt.

Andererseits kommt den Eltern von Ezra möglicherweise doch eine größere Bedeutung zu, als nur einer der Gründe zu sein, warum der Junge das Imperium nicht mag, trotzdem hätte es (zumindest aktuell) für mich mehr Charme gehabt, wenn die beiden einfache Farmer oder Händler gewesen wären.

Jedenfalls sind Mira und Ephraim irgendwann vor ihrer Verschleppung einem Rodianer namens Tseebo begegnet und haben sich scheinbar mit ihm angefreundet. Tseebo ist eine interessante Figur. Wenn er spricht wechselt er oft innerhalb eines Satzes von Englisch (bzw. Basic) nach Rodianisch und wieder zurück, was es nicht unbedingt einfacher macht sein Gebrabbel zu verstehen. Tseebo läuft gegen Wände und fällt auch schon mal einfach so um. Tseebo wirkt teilweise wie der dümmere Halbbruder von Jar Jar Binks.  Freundlicher ausgedrückt könnte man sagen, dass der Rodianer sich tw. wie ein Autist verhält, denn s gibt Bereiche in denen er über enormes Wissen verfügt. Wissen das, wenn es in die falschen Hände gerät dem Imperium schaden könnte. Und daher setzt das Imperium auch Einiges in Bewegung um ihn zu finden.

Wir erfahren in dieser (wie auch in der nächsten) Folge nicht sehr viel darüber wie Tseebo zu dem geworden ist, was er ist. Irgendwann in den letzten Jahren hat das Imperium elektronische Implantate in Form eines metallenen Halbkreises in seinen Schädel eingepflanzt, mit dem Ziel seine Effizienz zu steigern. Das hat in gewisser Weise auch funktioniert, ist jedoch offenbar nicht ganz nebeneffektfrei, was zu den oben angeführten Aussetzern führt. Rein optisch wirken Tseebos Implantate wie jene von Lobot, Landos schweigsamen Assistenten auf Bespin. Tseebo ist somit quasi ein rodianischer Lobot – ein Ro-bot. Und möglicherweise sind seine Implantate frühe Prototypen dessen was Lobt später in sich tragen wird und die Technik reift in den kommenden Jahre noch weiter aus.

Ein verwirrter Rodianer

Ein verwirrter Rodianer

Ro-bot erzählt Kanan, Ezra und Sabine über die Pläne der imperialen Werften auf Lothal und vermutlich auch anderswo (wie sehen Blueprints der TIE Bomber, der AT-ATs sowie der Lamda Shuttel), ebenso über einen 5 Jahresplan für die Outer Rim Regionen und ich frage mich, was dieser enthält: 5 Jahre in die Zukunft bedeutet, wir sind zeitlich bei den Ereignissen von Episode IV. Sieht dieser Plan vielleicht vor, dass der Todesstern durch die Regionen des äußeren Randes fliegt, um etwaige Aufstand im Keim zu unterdrücken (und zwar buchstäblich). Soll es lt. diesem Plan vielleicht mehrere Todessterne geben (was in Hinblick auf ROTJ durchaus wahrscheinlich ist). Ich bin nicht sicher, ob wir es erfahren werden, halte es aber nicht für unwahrscheinlich, wenn auch wohl nicht in absehbarer Zeit.

Insgesamt war „Empire Day“ eine sehr gute Folge – nicht nur in Hinblick auf die Charakterentwicklung von Ezra sondern auch weil sie wieder einen kleinen Puzzleteil in das große Bild der Entstehung der Rebellenallianz einfügt. In dieser Hinsicht – nämlich den Blick auf eine größeres Ganze zu legen – ist Rebels Clone Wars schon jetzt weit voraus!

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Als Ezra auf seinem Turm vor sich hinschmolt ist im Hintergrund Yodas‘ Thema zu hören – eine interessante Wahl
  • Apropos Musik: der „Imperial March“ wird in dieser Folge in-universe gespielt, wenn auch in einem weitgehend anderen Arrangement
  • Zu Beginn ihrer Ansprache muss sich Maketh Tua dem Volk von Lothal vorstellen – entweder ist sie also noch nicht lange im Amt oder sie hält nicht viel von Volksnähe
  • Das Lothal System hat einen weiblichen Gouverneur
  • Die Szene in der die Ministerin ihre Ansprach hält erinnert rein optisch wohl nicht zufällig an das Dritte Reich
  • Auf dem Bild mit dem die Imperialen Tseebo suchen trägt dieser seine Kopfimplantate nicht und ich habe keine Ahnung wie sie ihn ohne diese finden wollen, denn für mich sehen alle Rodianer gleich aus.
  • Interessant fand ich weiters, dass so kleine Granaten wie die, die Zeb wirft ein so riesiges und lange andauerndes Feuerwerk auslösen können. Für das kommende Silvester will ich auch solche.
  • Aresko sagt in dieser Folge „Rebelscum“, dafür nennt Hera Chopper hier „Choppie“ und der Drohte macht ausnahmsweise einmal etwas richtig.
  • Die gesamte Verfolgungsjagd mit den Truppentransportern erinnert stark an Actionfilme, inklusive dem sich heftig überschlagenden Transporter. Positiv möchte ich hier auch vermerken, dass dieser Kampf weitaus ausgeglichener war als die bisherigen in der Serie
  • Dafür scheint er Helm des Inquisitiors wiederum The Force Unleashed entnommen zu sein.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.

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