Stormtroopers always miss

In der Folge „Evil Plans“ aus Staffel 3 von Clone Wars schickte eine ein wenig entnervte Padme C-3PO und R2-D2 aus, um einen Jogan Frucht zu erwerben, die auf Coruscant scheinbar recht schwer zu bekommen war. Die Folge zählt nicht unbedingt zu den dramaturgischen Höhepunkten der Serie.

In der Folge „Fighter Flight“ von Rebels schickt eine ein wenige entnervte Hera Ezra und Zeb aus, um eine Meiloorun Frucht zu erwerben, die scheinbar auf Lothal recht schwer zu bekommen ist, während man Jogan Früchte an jeder Straßenecke zum Kilopreis bekommt.

Zählt diese Folge nun zu den dramaturgischen Höhepunkten der Serie?

„Fighter Flight“ ist in vieler Hinsicht eine Art Buddy-Movie: zwei völlig unterschiedliche Typen, die sich im Prinzip nicht leiden können und sich gegenseitig ständig auf die Nerven gehen müssen gemeinsam eine Aufgabe erledigen. Im Lauf dieses Unterfangens geht so ziemlich alles schief was schiefgehen kann und die beiden werden gezwungen,  zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen, bis sie sich am Ende anfreunden.

Eine besonders wichtige Mission

Eine besonders wichtige Mission

Und das ist auch der wesentliche Unterschied zwischen der Clone Wars Einkaufsfolge und jener von Rebels. Während die Beziehung zwischen C-3PO und R2 bereits vor Beginn der Folge feststand und sich durch das gemeinsam Erlebte auch nicht verändert hat, dient „Fighter Flight“ dazu, das Verhältnis zwischen Zeb und Ezra zu vertiefen und beide Charaktere weiterzubringen. Dabei zeigt Rebels bereits in diesen ersten Folgen etwas, das CW (zumindest über die einzelnen Story-Arcs hinweg) kaum zuwege brachte: eine Kontinuität zwischen den einzelnen Folgen: in der vorhergehenden Episode rettete Ezra Zeb das Leben und reibt dies dem Lasat nun ständig unter die Nase. In dieser Folge dreht sich der Spieß nun um und Zeb muss Ezra vor den Imperialen retten, was er nur recht widerwillig tut. Im weiteren Verlauf der Geschichte lernt der jedoch, dass Ezra mehr ist, als nur die neue Nervensäge de Truppe, die überall Unruhe stiftet und Ezra erfährt, dass in Zeb mehr steckt als ein grobschlächtiger Brutalo, dem kein Scherz auf Ezra Kosten zu billig ist. Am Ende haben die beiden eine gemeinsame Basis gefunden, in der zwar nicht Alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, aber die vermuten lässt, dass sich ihr Verhältnis in Zukunft wie das zweier unterschiedlich alter Brüder entwickeln wird: sie streiten zwar bei  jeder Gelegenheit, aber dennoch würde jeder alles für den Anderen tun. Und allein aus diesem Gesichtspunkt war diese Folge wichtig, auch wenn die Handlung selbst vergleichsweise unspektakulär war.

Zwei Rebellen in einem TIE Fighter

Zwei Rebellen in einem TIE Fighter

Ich möchte in dieser und in der nächsten Besprechung jeweils auf einen Aspekt eingehen, die aus derzeitiger Sicht durchaus kritisch für den Erfolg oder Misserfolg von Rebels sein kann: die Rolle der Sturmtruppen und der in der Serie vorkommende Humor.

Für alle, die mit der klassischen Trilogie aufwuchsen waren die Sturmtruppen die Elitesoldaten des Imperiums, so ähnlich wie ihre Namensvetter aus der Nazi-Zeit. Wo sie auftauchten verbreiteten die weißen Rüstungen Angst und Schrecken und wo sie hintraten wuchs lange kein Gras mehr. Am Deutlichsten wird dies wohl zu Beginn von Episode IV, als eine vergleichsweise kleine Gruppe Strumtruppler die Tantive IV entert und in kurzer Zeit die beherzt kämpfenden Rebellen entweder töten oder gefangennehmen. Und als Ben Kenobi das Wrack des Sandcrawlers untersucht erklärt er, dass nur Sturmtruppen so präzise Schüsse abgeben.

Ja, nun mag man einwenden, dass die Sturmtruppen auf dem Todesstern genau nichts und niemanden getroffen haben. Das stimmt, allerdings war es hier ja auch das Ziel des Imperiums, Luke, Han und Leia entkommen zu lassen, damit sie sie zum geheimen Rebellenstützpunkt führen. Man kann also vermuten, dass sie die explizite Anweisung hatten niemanden zu treffen.

Die Sturmtruppen in Rebels sind bisher jedoch reine Witzfiguren, die nicht einmal ein Bantha treffen würden, wenn sie direkt davor stünden, geschweigedenn einen Ezra oder Zeb, die drei Meter vor Ihnen herumtanzen.

Der Schrecken des Imperiums

Der Schrecken des Imperiums

Aus einer ex-universe Sicht ist dies natürlich klar: während es in Clone Wars dutzende Klonsoldaten und etliche Jedi aus der dritten und vierten Reihe gab, die man als Kanonenfutter verwenden konnte besteht Rebels aus den 5 Hauptfiguren und diese stehen zwangsläufig unter dem Schutz höherer Mächte, nämlich jenem von Dave Filoni und seiner Crew. Es ist vollkommen sicher, dass weder Ezra, noch Kanan, noch Sabine, Hera oder Zeb durch die Hand des Imperiums umkommen werden, zumindest nicht in absehbarer Zeit. D.h. egal wie blöd sie sich auch anstellen, die Strurmtruppler müssen noch eine Stufe blöder sein. Und dies halte ich für eine nicht ungefährliche Strategie, denn die scheinbaren Elitesoldaten laufen Gefahr auf diese Weise recht schnell jedweden Schrecken zu verlieren und zu einer neuen Version der vertrottelten Kampfdroiden zu verkommen, mit dem einzigen Unterschied, dass sie nicht „Roger, roger“ sagen. Für jene, die außer Rebels nichts über SW wissen mag dies kein großes Problem sein, für alle, die mit der OT aufgewachsen sind wird durch diesen Schritt jedoch die Bedrohung, die die Sturmtruppen seit 1977 für die Rebellion darstellten gewaltig entwertet. Und auch aus einer in-universe Perspektive könnte irgendwann der Punkt kommen, an dem sich die durch das Imperium Unterdrückten fragen müssten, ob sie sich nicht einfach die Herrschaft über ihren Planeten zurückholen, wenn ihre Gegenspieler nur aus Vollpfosten bestehen, die sowieso unfähig sind, sich ernsthaft gegen eine solchen Aufstand wehren zu können.

Natürlich können Filoni und Co die Hauptfiguren von Rebels nicht sterben lassen, sie sollten sich jedoch überlegen, ob es langfristig klug ist, die Sturmtruppen in jeder einzelnen Folge als einen derart unfähigen Haufen darzustellen, selbst wenn unter den weißen Rüstungen keine Elite-Klosoldaten mehr stecken, sondern „normale“ Menschen, die sich entweder freiwillig für den Militärdienst gemeldet haben oder zwangsrekrutiert wurden.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Ezra versucht zu Beginn wieder mit Sabine zu flirten und scheitert erneut.
  • Die Szene, in der Ezra samt Bett auf Zebs‘ Lager kracht fand ich wirklich witzig – kindisch, aber witzig (mehr zu diesem Thema das nächste Mal).
  • Die Transporter mit denen das Imperium die Farm be- und heimsucht basieren auf einem alten Kenner Spielzeug. Ich wollte dieses Gefährt damals nicht, weil es nicht in den Filmen vorkam. Wie hätte ich auch wissen können, das es mehr als 30 Jahre später doch noch zu Bildschirmehren gelangen würde.
  • Interessant ist, dass das Imperium ganze drei diese Gefährte benötigt, um einen Farmer, dessen Frau und ihren Knecht (?) zu überwältigen.
  • Die Farm sieht dem Lars Homestead übrigens nicht unähnlich.
  • In dieser wie auch in der nächsten Folge entsteht der Eindruck, dass Zeb nicht an die Macht glaubt – etwa so wie Han Solo in ANH
  • Das Cockpit eines TIE-Fighters ist deutlich größer als es in der OT wirkte. Zeb und Ezra haben bequem darin Platz.
  • Es scheint auch langsam eine gewisse Tradition der Serie zu werden, Zitate aus der OT zu recyceln: hier ist es „That’s not the TIE you’re looking for.“.
  • Zeb’s Versuch sich als Imperialer auszugeben scheitert genauso wie jener von Han auf dem ersten Todesstern.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.

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Ein Gedanke zu „Stormtroopers always miss

  1. Der Transporter ist ja auch äußert mies konstruiert, damit meine ich jetzt keinen Fehler an der Konstruktion. Sondern die Tatsache, dass die Gefangenen an der Außenseite festgeschnallt werden. So erhält das Fahrzeug nämlich einen menschlichen/nichtmenschlichen Schutzschild, auf den nur skrupelllose Gangster feuern würden.

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