Freezing Solo (nun ja, nicht ganz)

Zu den Star Wars Actionfiguren, die ich als Kind mein eigen nannte (und streng genommen immer noch nenne) gehören auch 2 Han Solo Figuren: eine aus ANH, eine aus ROTJ (Endor Outfit). Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Männchen aussehensbedingt nur geringfügig: schwarze Hose mit farbigem Streifen an der Seite, weißes Hemd, schwarze ärmellose Weste (Han weist ja, was die Auswahl seiner Kleidung in den Filmen der OT betrifft eine erstaunliche Persistenz auf).

Allerdings lag dem Endor Han ein Leinenmantel im Camoflage Design bei, der viel zu weit geschnitten war und ihm irgendwie das Aussehen eines militanten Preisboxers verlieh:

Eines Tages kam ich auf die glorreiche Idee, einen der beiden Hans‘ in einen Block aus Karbonit einzufrieren.  Immerhin hatte ich auch die Boush/Leia Figur und so könnte ich die entsprechende Szene in Jabbas‘ Palast nachspielen („Wer ist da?“ „Jemand, der Dich liebt!“). Auch wenn ich zugegebenermaßen keine rechte Vorstellung hatte, wie ich das „Auftauen“ bewerkstelligen sollte. Aber wurscht, ein Problem nach dem anderen. Mein diesbezüglicher Plan für das „Einfrieren“ sah jedenfalls folgendermaßen aus:

Ich würde den Endor Han (ja, ich weis, eigentlich müsste es der Bespin Han sein – aber wie gesagt, sind die Unterschiede ohnehin nur marginal, und die Endor Version ist immer noch näher am G-Canon, als der aus Episode IV) in einen trapezförmigen Block aus anthrazitfarbenem Plastilin pressen und darüber eine dünne „Platte“ aus dem gleichen Material legen, sodass sich der Kopf und der Körper darunter deutlich abzeichneten.

Ja, so würde ich es machen und es würde einfach toll aussehen!

Das Problem dabei war, dass mein handwerkliches und bastlerisches Geschick…nun ja…nicht vorhanden war (und es eigentlich immer noch ist). Schon im Kindergarten wurde mir dringend nahegelegt, meiner Mutter doch lieber Palmers Gutscheinmünzen, oder einen Scheck für ein Wellnesswochenende zu schenken, anstelle des von mir fabrizierten Klumps, um ihr stundenlange Weinkrämpfe zu ersparen.

Aber nicht diesmal, diesmal hatte ich einen ausgezeichneten Plan und eine klare Vorstellung wie ich es angehen würde…

Das erste Problem baute sich dergestalt vor mir auf, dass es mir partout nicht gelingen wollte, anthrazitfarbene Knetmasse zu finden. Das Zeug gab es zwar in allen nur erdenklichen Farben (inklusive Mausgrau, aber ich wollte Han ja nicht in Beton gießen), nur eben nicht in diesem „fast-schon-aber-nicht-ganz-schwarz“. Aber selbst dieser initiale Rückschlag konnte mich nur ein paar Wochen aufhalten, bis ich mir je eine Stange schwarzes und weißes Plastilin besorgte und die beiden mit großer Begeisterung zu etwas zu vermischen begann, das schließlich eine undefinierbare grau-schwarze Masse wurde, die von weißen Adern durchzogen war. Es sah nach allem aus, nur nicht nach Karbonit!

Aber wurscht! Als nächstes begann ich, aus eben dieser Masse einen möglichst gleichmäßigen, rechteckigen Pyramidenstumpf zu formen, was mir nicht im Mindesten gelang. Noch schlimmer wurde es, als ich die Han Figur in eben diese Masse presste, die daraufhin spontan das letzte bisschen Form verlor, die sie vielleicht noch besessen hatte.

Auch stellte sich mein Vorhaben, eine dünne Platte aus Plastilin auszuwalzen und auf die Han Figur zu pressen als so nicht durchführbar heraus, da diese (die Platte) entweder zu dünn war und dauernd einriss, oder aber viel zu dick, sodass man kaum noch erahnen konnte, dass sich darunter überhaupt etwas befand. Schließlich musste ich auch noch zur Kenntnis nehmen, dass die von mir abgeschätzte Menge an Plastilin viel zu gering war, sodass immer mindestens ein Körperteil aus der undefinierbaren Masse herausragte.

Das Ganze sah schlichtweg entsetzlich aus!

Nachdem ich auf diese Weise etliche Stunden verbraten hatte, deren einziges Ergebnis darin bestand, dass ich zur Kenntnis nehmen musste, dass das Einfrieren von Han Solo kläglich gescheitert war und wohl doch lieber den Zwergen auf Bespin überlassen werden sollte, gab ich es auf!

Also begann ich die Figur wieder mühsam aus dem Zeug herauszukletzeln und die Masse aus den diversen Fugen herauszukratzen, was sich als weiteres Geduldspiel erwies und meinen ohnehin schon überspannten Geduldsfaden noch weiter strapazierte. Zudem hatte sich das Plastilin irgendwie mit der Kunststofffarbe auf der Figur verbunden, sodass der arme Han ab nun aussah, als hätte er die letzten Jahre in den Kessel Minen gearbeitet.

Einige Zeit später habe ich dann doch einen Han-in-Karbonit erhalten (dazu komme ich noch), aber mein Bedürfnis etwas zu basteln war für die nächsten Jahrzehnte zunächst einmal gestillt!

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